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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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rad sitzt, ihren Wagen lenkt und, am 
Ziel angelangt, den roten Mantel— 
hop—beiseite wirft, um in dem 
charmantesten aller CrSpe Geor 
gettejumper zum roten Lederrock 
am verabredeten Frühstück teilzu 
nehmen! 
• Aber zum Schluß noch eine Be 
merkung: 
Warum wollen so viele sport 
treibende Damen nicht einsehen, 
daß Kraftübungen nicht auch der 
Kraft a u s d r ü c k e bedürfen! Wie 
schrecklich wirken Frauen, die nicht 
gut sprechen, Frauen, die sich ge 
wöhnlich ausdrücken! Das läßt man 
sich vielleicht noch gefallen, wenn 
sie das schlechte Sprechen so kleidet 
wie etwa der Apachenschal um ihren 
Hals. Alles hängt nämlich von der 
Art ab, wie der Schal gebunden und 
das Wort gesagt wird. Besonders 
bei einer Dame der Gesellschaft! 
Da sieht man nun des Abends ein 
zartes Gesicht, bewundert eine 
hübsche Linie, die von einem Kleid 
— oder doch wenigstens einem 
Stückchen Stoff — elegant umhüllt 
wird und hört eine Stimme, die die 
unglaublichsten Dinge so laut wie 
nur irgend möglich herausschreit! 
Das heißt dann in Sportkreisen 
„realistisch“! Ach, wie sehnt man 
sich dann nach den tiefen Ver 
beugungen und ausgezeichneten 
Manieren der Urgroßmütter! Sie 
strömten Höflichkeit wie einen Duft 
aus und trugen sie wie einen Titel! 
Selbst ist die Frau . . namentlich 
heutzutage! Aber ein zu stark ge 
würztes Gericht verliert seinen ur 
sprünglichen Geschmack und ein zu 
gesalzenes wird bitter! . . . 
Selbst ist die brau!
        
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