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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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Und wenn es so wär — warum sollte ich 
ihr das verargen? Aus welchen Ursachen 
hat mir ihre Eröffnung peinlich zu sein? 
„Humieres, ich möchte Sie etwas fra 
gen“, begann sie jetzt mit kühnem An 
lauf; sie wurde aber sofort wieder klein 
laut, da sie das, was sie sich endlich zu 
rechtgelegt zu haben meinte, auch laut 
Vorbringen sollte. „Sie standen einmal“, 
sagte sie zögernd, „vor Jahren, in den 
Diensten Frankreichs, als Sekretär eines 
Staatsministers. Würden Sie —- ein hohes 
Amt, würden Sie das wieder annehmen? 
. . . Möchten Sie — Minister werden oder 
Kanzler oder Schatzmeister?“ 
Humieres riß die Augen auf. Er war 
vorläufig noch ganz verständnislos. 
„Ach, machen Sie mir’s doch nicht so 
schwer, schauen Sie mich nicht an, als ob 
ich verrückt geworden wäre!“klagte sie 
weinerlich. „Eine Freude will ich Ihnen 
machen, Ihnen danken, daß Sie mir im 
mer der beste Freund gewesen sind.“ 
„Ich, Ihr bester Freund —?“ 
„Jawohl, Sie! Muß man einem sagen; 
Ich bin dir ein Freund, muß man die 
Freundschaft auf den Lippen tragen? . . . 
Gewiß, das haben Sie nicht getan, ich 
weiß ganz gut, daß Sie die großen Worte 
nicht lieben. Ich habe Sie trotzdem im 
mer für meinen besten, vielleicht für 
meinen einzigen Freund gehalten.“ Und 
voll Furcht, flehend, rief sie nun in Hast, 
damit er sie nicht etwa spöttisch unter 
breche: „Nehmen Sie mir’s nicht, bitte, 
lassen Sie mir wenigstens diesen Glau 
ben!“ 
Humieres, betroffen und gerührt, ging 
zu ihr hin und faßte ihre Hand. „Aber 
Mariannchen...“ 
„Ich. werde Macht und Einfluß haben, 
und für Sie und Ihre Wünsche zuerst 
soll es benützt -werden. Ich weiß, warum 
Sie einmal alles aufgegeben haben. Das 
ist doch schon lange her, und oft denke 
ich, wenn ich Ihre Klugheit und Ihr 
Wissen rühmen höre — lachen Sie .mich 
nicht aus ... — ich denke mir oft: viel 
leicht bedauert er seine Übereilung da 
mals, am Ende möchte er heute doch 
wieder —“ 
„Nichts mehr, nein“, unterbrach sie 
Humieres. „. . . Sie sind lieb und gut, 
Mariannchen, aber Sie täuschen sich über 
mein Streben und meine Ziele. Frank 
reich wird sich ohne den Gesandten oder 
Minister Humieres behelfen müssen.“ 
Marianne sah ihn traurig an: „Sie 
haben keine Wünsche, die ich Ihnen er 
füllen könnte?“ 
Humieres stand vor ihr. ,Keine 
Wünsche? . . .‘ klang es in ihm nach. — 
Er strich über ihr Haar, es sollte eine 
freundschaftliche, eine väterliche Lieb 
kosung sein, und Marianne faßte es auch 
so auf. Aber da seine Hand mit ihrem 
Haar in Berührung kam, spürte er ein 
seltsam beglückendes Gefühl seinen 
Körper durchströmen. 
Er zuckte zurück. „Ich danke Ihnen“, 
sagte er weich. 
Er flüchtete aus ihrer Nähe — kam 
gleich wieder ;zu ihr zurück. Er holte ein 
Taburett und setzte sich neben sie. 
„Erzählen Sie“, sagte er. 
„Erzählen? Sie haben ja schon alles er 
fahren, wie Sie selbst erklärten.“ 
„Von den letzten Tagen auf La 
Guerche, und in Paris dann ...“ 
(Fortsetzung folgt.) 
Die Buchausgabe dieses Romans erscheint 
bei der Deutschen Verlagsanstalt, 
Stuttgart-Berlin. 
W agerecht: 
1. Sport und berufliche Tätigkeit, 3. Sumpf 
vogel, 4. Sumpfland, 6. ein Schaf, 8. Baustoff, 
9. Körperteil, 10. Wohnstätte, 12. Riemen, 
14. Farbe, 16. Zahlungsmittel, 17. Seepflanze, 
18- Bestattungsgegenstand, 19. Teil des Ge 
treides, 21. Behauungsgrund, 23. Wasser 
straße, 24. Polnischer Reichstag, 25. Erdauf 
wurf, 27. Bestandteil der Baumfrüchte, 29. 
franz. Schriftsteller,31. Verkauf falscher nach 
geahmter Sachen für echte, 32. sehr flüchtiger 
Stoff im See wasser, 33. russ. Halbinsel. 
Silbenrätsel 
Die erste ist ein Teil von deinem Bein, 
Die zweite ladet dich zum Sitzen ein. 
Das Ganze kann gar oft der ersten nützen, 
Wenn auf derzweitenduhequemwillstsitzen. 
¥ 
Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer: 
Kreuzworträtsel. 
Von links nach rechts. 
2. Moa, 5. Page, 7. Zeus, 9. Niehuhr, 10. 
Oder, 11. Rest, 13. Mast, 16. Cent. 18. Beichte, 
19. Vene, 20. Otto, 21. rar. 
Von oben nach unten. 
l.Rand, 2. Meer, 3. Azur, 4.Kurs, 6. Giessen 
8. Ehebett, 10.01m, 12. tot, 14.Abel, 15. Tier, 
16. Chor, 17. Netz. 
Senkrecht: 
I. Monat, 2. griech. Zweizahl, 4. Nagetier, 5. 
Haustier, 6. Nebenfluß der Donau, 7. Ruch 
lose Tat, 10. militärische Kopfbedeckung, 
II. Verpackung, 12. Manchmal gern, manch 
mal ungern gesehene Person, 13. Wirtschafts 
gegenstand, 14. Grünfutter, 15. Ein mittel 
alterlicher Stützpunkt, 19. Körperteil, 20. 
Bedienstete, 21. Behälter, 22. inneres Organ 
des Körpers, 25. alkoholisches Getränk, 26. 
Individuum, 27. Nachkomme von 5 senkrecht 
28. Richtschnur, 29. Metall, 30. Urstoff. 
Arithmogriph 
PiLot, AnEmone, TaSso, EkKehart. 
RaCHe, FrEgatte, IsLam, LoKi, UnRuhe, 
ClEve, XILo, UrÄl, SiMson. 
PATER FILUGIUS—MALIiR KLECKSET 
(Wilhelm Busch) 
* 
Wie heißen die 3 Opern? 
Rigoletto, Parsival, Tiefland. 
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Silbenrätsel 
1. Hamei N, 2. Arme E. 3. Nimro D. 4= 
Sadow A, 5. Eife L, 6. Apfelsin E, 7= Tam- 
ta M. 8. Edd A, 9. Nepomu K, 
• 
Visitenkarte: In „Freienwalde“. 
* 
Palindrom: Lagerregal. 
Verlag und Schriftleitung: Berliner Leben Verlags*G m. b. H., Berlin W 35, Potsdamer Straße 12Zc/123. / Für den künstlerischen u. redaktionellen Teil verantwortlich 
Trude John und Kurt Labisch, Berlin / Für die Inserate: Fritz Krüger, Berlin. / Auslieferung: Die Deutsche Illustrierte Verlagsgesellschaft m. b.H., Berlin W 35 Potsdamer 
Str. 122c/123 / Fernspr.: Oliva680(M)1. / Klischees und Offsetdruck: Dr. Seile *3D CoA,*G. Berlin SW29, Zossener Str. 55. Manuskripte und Bilder können nur dann zurück" 
gesandt werden, wenn Rückporto beigefügt ist, / Man abonniere durch alle Buchhandlungen oder direkt beim Verlag. / Copyright 1926 by Berliner Leben Verlagsges.m. b.H.
        
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