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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

R ATS E LECKE 
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genügten zur Benützung des Alltags 
wenige Räume: das Schlafzimmer, das im 
linken Seitentrakt auf den kleinen Gar 
ten hinaus gelegen war, und das Arbeits 
zimmer, das linksseitig die an der Straße 
gelegene Front beschloß. 
Das Arbeitszimmer wurde aus zwei 
Gelassen gebildet, zwischen denen sich 
ein von Holzpilastern gestützter Bogen 
wölbte. Eine Portiere konnte das eigent 
liche Schreibgemach von der Bibliothek, 
dem letzten Zimmer der Flucht, trennen. 
Die Bibliothek selbst beherbergte fast 
nichts als die dichtgefüllten, bis, an die 
hell intarsierte iHolzdecke emporstreben- 
den Büchergestelle, von deren Sims die 
Hermen römischer und griechischer 
Philosophen und Historiker herunter 
schauten. Ein Stuhl und ein Lesepult an 
dem einen Fenster, vor dem anderen der 
Torso einer antiken, rötlich gesprenkel 
ten Marmorsäule, vervollständigten die 
Einrichtung. Die vordere Stube wurde 
beherrscht von dem massiven Arbeits 
tisch, der in der Mitte stand. An den mit 
dunkelgrüner Seide bespannten und von 
Lambris bis halber Höhe verschalten 
Wänden einige Stiche, über dem Kamin 
nebeneinander zwei blaßfarbige Pastelle, 
Athanasius von Humieres’ Eltern, und 
zwischen den Fenstern, im Rücken des 
Schreibenden, die Miniatur einer wunder 
schönen, zarten Frau. Sonst gab es noch 
einen .schwerfälligen, geschnitzten 
Renaissanceschrank aus schwarzer 
Eiche, auf einem Untergestell mit Onyx 
platte ein Bouleschränkchen, dessen 
Flügeltüren ein komplizierter Mechanis 
mus verschloß, ferner ein paar Ebenholz- 
taburetts und einen geradlehnigen ural 
ten Armstuhl in einer Ecke. Aller spiele 
rische Zierrat war aus diesen beiden 
Zimmern verbannt. 
An einem regnerischen Oktoberabend, 
bald nach Einbruch der Dämmerung, ent 
stieg vor dem Palais Humieres eine ver 
schleierte Dame ihrer Sänfte. Es war 
Frau von Lancon. Müdigkeit und ein 
leichtes Unwohlsein vorschützend, hatte 
sie es so einzurichten gewußt, daß Du 
Barry allein in die italienische Komödie 
gegangen war, und sie hatte seine Ab 
wesenheit benützt, den Baron aufzusu 
chen. 
Sie klopfte ans Tor. 
Ein alter Schweizer, der nicht wenig 
erstaunt schien, fragte nach ihrem Be 
gehr. 
„Ich möchte den Herrn Baron spre 
chen“, .sagte Marianne, belustigt über 
die Verwunderung des Bedienten und 
die Neugier, mit der er unter ihren 
Schleier zu spähen sich mühte. 
„Den Herrn Baron von Humieres? ...“ 
meinte er bedenklich, und er ging mit 
sich zu Rat, ob er die Fremde überhaupt 
in die Diele führen oder hier in der Ein 
fahrt warten heißen solle. 
Frau von Lancon herrschte ihn an: 
„Lassen Sie mich doch nicht beim zugi 
gen Tor stehen!“ und schritt an ihm vor 
bei, durch den halb dunklen Torweg. 
Wohl oder übel mußte ihr der Diener 
die Tür zur Diele öffnen. Er rief die 
Stiege hinauf: „Prosipere!“ 
An dem schmiedeeisernen Geländer, 
das oben rings u.m das Treppenhaus lief, 
zeigte sich der Gerufene, 
(Fortsetzung folgt.) 
Die Buchausgabe dieses Romans erscheint 
bei der Deutschen Verlagsanstalt, 
Stuttgart-Berlin. 
Kreuzworträtsel, 
Von links nach rechts. 
2. ein ausgestorbener exotischer Vogel, 
5. ritterlicher Diener, 7. griechischer Gott, 
9. GründerderkonservativenPresse,10- Strom 
in Deutschland, 1-1. Überbleibsel, 13. Träger 
bezw. Halter, 16. Amerikanische Münze, 
18. Bekenntnis. 19. Blutgefäß, 20. männl. 
Vorname, 21. soviel wie selten. 
Von oben nach unten: 
1. Grenze jeder Fläche, 2. Wasseransamm 
lung, 3. Farbe, 4. Richtung, 6. Stadt in 
Deutschland, 8. Aussteuerstück. 10. Amphibie, 
12. leblos, 14. Bibi. Person, 15. auch einleben 
des Wesen, 16. Teil der Kirche, 17. Fischer 
gerät. 
Arithmogriph, 
-T 2 3 4 5 Fahrzeugführer 
Jy-1 8 9 4 7 8 Blume 
5 6 10 10 4 Gestalt a. ein. Goethewerke 
8 11 11 8 12 6 13 5 Dichtung von Scheffel 
-13* 6 14 12 8 niedriger Charakterzug 
-T5T3 8 16 6 5 5 8 Kriegsschiff 
--'2 10 3 6 9 Glaubensbekenntnis 
3 4 112 Gottheit d. deutschen Sage 
-17 7 13 17 12 8 unbehagliches Gefühl . 
14 3 8 18 8 Stadt im Rheinland 
<2 3 3 4 Feldherr Wallensteins 
17 13 6 3 europ. Gebirge 
10 2 9 10 4 7 biblische Kraftgestalt 
Die Anfangsbuchstaben der anstelle der 
Zahlenreihen gefundenen Wörter, von oben 
nach unten gelesen, und die dritten Buch 
staben, diese jedoch in der entgegengesetzten 
Richtung gelesen, nennen dem Löser je ein 
Werkchen unseres bekanntesten humoristi 
schen Schriftstellers Busch. 
« 
Wie heißen die 3 Opern? 
Aus den Wortpaaren: 
Liter —Togo, Lava —Rips, AU—Feind sind 
durch Umstellen der Buchstaben 3 Opern zu 
bilden, die nicht unbekannt sind. 
Silbenrätsel 
Hast du die Silben: 
ap, ar, da, do, ed, ei, fei, fei, ha, mee, mein,' 
muk, ne, ne, nim, po, rod, sa, si, tarn, tarn, 
wa, zu 9 Wörtern von nachgenannter Be 
deutung zusammengefügt; dann nennen dir 
die Anfangsbuchstaben dieser Wörter, von 
oben nach unten und die Endbuchstaben, 
diese in der entgegengesetzten Richtung ge 
lesen, zwei Romane aus der Feder Rudolf 
Herzogs. 1. Stadt an der Weser, 2. der Schutz 
eines Landes, 3. ein eifriger Jägersmann, 4. 
Schlachtort in Böhmen, 5. deutsches Gebirge, 
6. Frucht, 7. Schlaginstrument der Inder, 
8. nordischer Sagenkranz, 9. Name eines 
Heiligen. 
o 
Visitenkarte. 
FRIEDA LEWEN 
Wo wohnt diese Dame? 
* 
Palindrom. 
Die Buchstaben a, a, e, e, g, g, 1, 1, r, r 
sind so zu ordnen, daß sie, vorwärts und 
rückwärts gelesen, dasselbe Wort ergehen. 
¥ 
Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer; 
Kreuzworträtsel. 
Von links nach rechts: 1. Jupiter, 
7. Li, 8. Tau, 9. Pt (Platin), 12. Ober, 
13. Ulme, 15. er, 16. Rio, 17. re, 20. Smaragd. 
Von oben nach unten: 2. ut, 3. Isar, 
4. es, 5. Alkoven, 6. Stiefel, 10. See, 11. Alp, 
14. Bier, 18. um, 19. Ag. 
* 
Rösselsprung. 
Unser Herz ist eine Harfe, 
Eine Harfe mit zwei Saiten. 
In der einen jauchzt die Freude, 
Und der Schmerz weint in der zweiten. 
Und des Schicksals Finger spielen 
Kundig drauf die ew’gen Klänge, 
Heute frohe Hochzeitslieder, 
Morgen dunkle Grabgesänge. Rosegger 
a 
Silben rätsei 
Rücker!, Eidechse, Iffland,Samoei, Eboli, 
Nahob. — Reisen bildet! 
* 
V erw an dlungs-Buchstabenrätsel; 
Gaze — Gase. 
* 
Kammrätsel. 
Von oben nach unten: Bluse, Eboli, Heine, 
Vogel, Noten. Wagerecht: Beethoven. 
Verlag; Almanach»K;m Verlag A.G. Berlin W 35 / Für d ■ künstlerischen u. redaktionellen Teil verantwort!: Redakteur Willy Klann, Charlottenburg/ Für die 
Inserate: Fritz Krüger, Berlin / Sdiriftleitung u. Expedition: Berlin W 35 Potsdamer Str. 122c*123 / Fernspr.: Ofiva 680001 / Klischees und Offsetdruck: Dr. Selie ® Co. 
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