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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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von Dr. med. Pauli, mit 76 
Abb. Inh.: Der weibl. Körper 
Periode, Ehe, Geschlechts* 
trie b, Schwangersch.,V erhüt. 
u.Unterbrechg.d.Schwanger* 
schafr, Geburt, Wbchenberr, 
Prostitution, Geschlechts* 
krankheiten, Wechseljahre 
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einer bei dem man mit lautem Eifer sich' 
betätigte. 
Ein Mißerfolg? . . . Ein Erfolg? . . . 
Der König hatte gelächelt, das wäre eher 
für einen Erfolg zu deuten. Aber Ge 
wißheit? 
Marianne überhörte das Klopfen an 
der Tür. 
Draußen dunkelte es schon. Und noch 
immer wollte sich niemand zeigen . . . 
Sie überhörte, das Haupt, dessen Haare 
langsam in Unordnung geraten waren, 
tief in das Kissen gewühlt, auch ein zwei 
tes Klopfen. 
Die Tür ging auf, und Sophie, die Zofe, 
steckte den Kopf herein. 
„Gnädige Fraul“ 
„Du? — Scher dich zum Teufel! . . . 
Laß mich in Ruhe!“ schrie Frau von Lan- 
con sie an und strampelte, auf dem 
Bauch liegend, mit den Beinen. 
„Seine Gnaden, der Herr Kammer 
diener, und Seine Gnaden, der Herr 
Graf —“ 
„Wer -— was? , . 
Herr Le Bel und Du Barry traten durch 
die Tür. 
„Sophie, Licht machen!“ befahl Du 
Barry. „Wir haben Sie doch nicht aus 
dem Schlaf gestört?“ 
Frau von Lancon wußte sich vor Ver 
legenheit kaum zu fassen. Den ganzen 
Nachmittag hatte sie die schönsten Po 
sen eingenommen, und gerade jetzt 
mußte sie überrascht werden . . , 
Wer war denn das? 
Ein Lakai . . . ein Lakai in der könig 
lichen, blau-silbernen Livree, stand hin 
ter Le Bel und hatte etwas Großes vor 
sich auf dem Boden. 
Und Flerr Le Bel, noch ein weniges 
würdevoller, gewichtiger als sonst,, gab 
dem Lakai nun einen Wink. 
Sophie und zrwei Diener stellten bren 
nende Leuchter überall hin. 
Der Lakai trat vor und setzte einen 
mächtigen Blumenkorb vor Marianne. 
Und Herr Le Bel sprach, in feierlicher 
Haltung, mit einer gravitätischen Geste 
nach den Blumen: „Von meinem könig 
lichen Herrn — der schönen Frau von 
Lancon.“ 
* 
In der Rue Geoffroy l’Asnier, einer 
schmalen, von alten Adelspalästen ein 
gesäumten Gasse hinter St. Gervais, die 
an den Seine-Kai hinunterleitet, hatte 
Herr von iHumieres sein Haus. In dem 
einstöckigen, hochdachigen, überaus 
wohnlichen Palais, das, seit Jahrhunder 
ten der Familie derer von Humieres zu 
gehörig, an Athanasius als den ältesten 
Sohn gefallen war, führte Herr von 
Humieres ein Dasein, das zu jenem welt 
männisch äußerlichen Leben, dem er 
sich, mit einer gewissen maßvollen Zu 
rückhaltung allerdings, vor den Augen 
der Gesellschaft hingab, in einem selt 
samen Gegensatz stand. Dort hauste 
nämlich der klarsichtige und vielgelesene 
Publizist Viator, dessen Schriften, unter 
dem bislang unerkannt gebliebenen 
Pseudonym in Holland ediert, mit ver 
ständigem Urteil und beißendem Witz 
die politischen und wirtschaftlichen Zu 
stände des Reiches beleuchteten und 
glossierten und die von Gelehrten wie 
gebildeten Laien gleicherweise hochge 
schätzt wurden; und dort hauste der 
ernst forschende Historiker, der emsig an 
einer Geschichte Frankreichs unter der 
Regierung des fünfzehnten Ludwig 
schrieb. 
Von außen nahm sich das Palais, zu 
mal durch die Nachbarschaft mächtiger, 
monumentaler Bauten, nicht sehr ansehn 
lich aus. Ein glattes, graues Gemäuer 
mit einem schlichten Portal. Desto über 
raschender mußte die gediegene Pracht 
des Inneren den Auserwählten berühren, 
vor dem sich das sonst ängstlich gehütete 
Tor öffnete. Von der gobelinbespannten, 
mit alten Waffen und allerlei Kriegstro 
phäen geschmückten Diele angefangen, 
verrieten alle Räume unaufdringlich den 
mit Geschmack angewandten Reichtum 
des Besitzers. Barockmöbel aus der 
besten Zeit, auch edle Stücke der Renais 
sance darunter, kostbare Teppiche, 
starre, schwere Damastgardinen, deren 
Farbe das Alter zu wunderbar gedämpf- 
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ten Tönen gebleicht hatte, französische 
und flandrische Tapisserien, gutes Por 
zellan, Tafelzeug aus meisterlich ziselier 
tem Edelmetall, und Gemälde, nicht viel 
an Zahl, aber jedes die Kennerschaft des 
Käufers oder Bestellers bezeugend . . . 
In einem selten gestörten Schlummer 
dämmerten diese Gemächer hinter ver 
hangenen Fenstern. Herrn von Humiüres 
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