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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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„Herr von Maupeotu, Sie verstehen 
mich ganz gut“, versetzte Frau vo-n Gra- 
mant barsch. „Was wissen Sie?“ 
Der Kanzler räusperte sich. Es wäre 
ihm angenehm gewesen, wenn Choiseul 
statt seiner geantwortet hätte. Er 
schaute ihn unsicher an. Allein Choiseul, 
ein ganz leises, boshaftes Lächeln auf 
den Lippen, verhielt sich schweigsam. 
Maupeou mußte sich entschließen: 
„Nichts von Bedeutung, Fr.au Herzogin.“ 
„Sonderbar! , . ." Sie fragte Choiseul: 
„Und Sie, Sie haben auch noch nichts 
erfahren können?“ 
Der Fierzog schüttelte verneinend den 
Kopf. „Woher?“ 
„La Borde, hätte Ihnen der nicht Be 
scheid sagen können?“ 
„Wenn er nicht von selber plaudert, 
ich kann ihn doch nicht ausfragen . . .“ 
meinte der Minister, leicht vorwurfsvoll. 
Ihn selbst regte die bevorstehende 
Veränderung am königlichen Hof — La 
Borde hatte ein Gespräch zwischen dem 
ersten Kammerdiener und dem König 
belauscht und die Neuigkeit, übermäßig 
aufgebauscht und entstellt, schnell in 
Umlauf gesetzt — wenig auf. Er war 
seinerzeit gar nicht unerfreut gewesen, 
daß die Schwester hatte weichen müssen, 
denn ihr Hochmut und ihre Hoffart 
hatten ihm viele Feinde gemacht, und 
Choiseul war seinem ganzen gemäch 
lichen Wesen nach eher dazu angetan, 
mit aller Welt ,auf gutem Fuß zu leben.. 
Die Herzogin wieder in ihr altes Regi 
ment eingesetzt zu sehen, wäre ihm nur 
unerwünscht gewesen. 
Die Gramont verzog höhnisch und 
giftig den Mund. „Die beiden Herren 
scheinen sich verteufelt wenig um die 
wichtigsten Dinge bei Hof zu kümmern! 
Man sollte es kaum für möglich 
halten , . .“ Sie kehrte sich neuerdings 
zu Maupeou: „ Und Sartine?“ 
Der Kamzler gab, noch immer mit 
Vorsicht, zurück: „Ist nicht viel klüger 
als wir.“ 
Die Herzogin fuhr auf: „Dieser 
Sartine!“ 
„Ist ein sehr tüchtiger Beamter“, fiel 
ihr Choiseul ins Wort, und sein Blick 
mahnte sie, sich zu beherrschen. „Er 
kann doch nicht hinter jedem hübschen 
Weibsbild sein, weil es der Zufall viel 
leicht einmal dort hinauf verwehen 
könnte. Er schnüffelt gerade genug 
herum.“ 
Der Kanzler fand die Situation ge 
klärt: er erkannte die ablehnende Hal 
tung des Ministers. — „Ja, ja, genug, 
wahrhaftig. An seinen Notizen wird 
die Nachwelt viel Spaß haben. Er 
hat mir einmal Einblick gewährt — 
sehr, sehr amüsante Charakteristika.“ 
Seine belegte Stimme zitterte in scha 
denfrohem Kichern, und er blinzelte, 
ziemlich unverschämt, zur Herzogin 
hinüber. 
„Und gerade über die Dame, die uns 
interessiert —“ 
„. . . uns?“ meinte Choiseul. 
„Mich mich interessiert, — sollte 
sich der Polizeileutnant noch nicht in 
formiert haben? . Herr Kanzler, das 
glaube ich Ihnen einfach nicht.“ 
Maupeou legte die Hand unwillkür 
lich auf die iBrusttasche, blickte aber 
gleichzeitig fragend Choisieul an. 
Der Minister lachte. „ Na also, lieber 
Freund! Doch etwas dadrin? Heraus 
mit dem Wisch.“ 
Herr von Maupeou zog ein Papier 
hervor, nach dem die Herzogin rasch 
griff. Aber Maupeou steckte geschwind 
das Blatt weg: „ Ich habe versprochen, 
es nicht aus der Hand zu geben.“ 
„Aber Sie tragen es zu gelegentlicher 
Benützung jedenfalls immer bei sich. 
spottete Choiseiul. 
Die Herzogin schlug unwillig auf die 
Sassellehne: „So lesen Sie vor!“ 
Maupeou begann: „Da heißt es also: 
,Es zeigt sich in .der letzten Zeit im 
Theater und auf den öffentlichen 
Bällen eine junge Person von etwa 
neunzehn Jahren“ “ — der Kanzler 
machte eine Pause, .und buchstabierte 
das Folgende fast —: „ .groß, wohl 
gebaut, von vornehmen Manieren und 
mit einem ausnehmend schönen Ge 
sicht.“ “ Jetzt hielt er inrne, um die Wir 
kung seiner Worte auf die Herzogin zu 
beobachten. Er konnte zufrieden sein; 
eine dunkle Röte brannte durch die 
Schminke ihrer Wangen. 
„Nun, weiter?“ stieß sie ungeduldig 
hervor. 
Der Kanzler heftete die Augen 
wieder auf das Blatt. „ „Das ist die Ge 
liebte des Grafen Du Barry, der sie in 
den Logen des Theaters produziert.“ 
Frau von Gramont fragte: „Wer ist 
das, dieser Graf Du Barry?“ 
„Ein Lum.p, aber einer, über den man 
sich totlachen kann“, bemerkte Chod- 
seul, 
„Was .soll das heißen: produziert?“ 
„Sofort, FrauHerzogin, die Erklärung. 
.Herr Du Barry sucht sie zweifeslsohme 
vorteilhaft zu verwerten. Wenn er einer 
Frau überdrüssig geworden ist oder die 
Kosten ihrer Lebensführung nicht mehr 
bestreiten konnte, hat er es immer so 
gemacht. Aber“, — hören Sie, wie köst 
lich! — .aber man muß zugeben, daß er 
Kenner ist und seine Ware stets glatt 
abgeht.“ 
Frau von Gramont lachte grell auf: 
„Ein feines Dämchen! — Ein Frauen 
zimmer! Ich beglückwünsche Sie, meine 
Herren, zu den netten Aussichten. Eine 
Dirne wird . . 
„Schwester, Schwester!“ suchte der 
Herzog von Choiseul sie zu mäßigen. 
„Erstens wissen wir ja noch gar nicht, 
was man mit dieser Person vorhat, und 
zweitens — von einer Dirne steht denn 
doch nichts darin.“ 
„Was? Darf man die Dinge nicht 
einmal .mehr beim rechten Namen 
nennen? Darf man nicht einmal mehr 
sagen, was Wahrheit ist, von Herrn von 
Sartine amtlich fastgestellte Wahrheit?“ 
Der Herzog war ärgerlich aufge 
standen und durch das Zimmer ge 
schritten. Es war doch ein übler Streich 
der Frau Schwester gewesen, in die 
Stadt zu kommen. Man würde Mühe 
haben, sie vor Dummheiten zurückzu 
halten. 
Frau von Gramont schaute auf die 
Uhr. „Wo Lauzun bleibt?“ 
„Lauzun, den erwarten Sie auch? 
Wozu?“ wunderte sieh Choiseul. 
Sieueprt Sie den Gefahren, der 
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Mit diesem Punkt-Roller D. R.P. u. D. R. G. M. beseitigen 
Sie das überflüssige Fett gerade an den Stellen, wo Sie 
es entfernt haben wollen, z. B. am Leib oder an den 
Hüften, an den Schultern oder Waden. Der Punkt-Roller 
mit seinen zahlreichen weichen Kautschuksaug 
näpfchen wirkt auf die Fettpartien so intensiv, 
daß dieses Fett in kurzer Zeit verschwindet und 
festes Muskelfletsch zurückbleibt Das in den 
Fettschichten sehr träge zirkulierende Blut wird 
durch den so präzis wirkenden Punkt-Roller zur 
schnelleren und kräftigen Tätigkeit gezwun* 
gen, wodurch das Fett gelöst und durch 
das Blut aus dem Körper befördert wird. 
Die Gefahren, welche die Fettleibig 
keit allmählich für die Gesundheit 
nach sich ziehen, z B Herzschwäche, 
Aderverkalkung, Gicht Zucker 
krankheit Schlaganfall usw sind zu 
bekannt um näher darauf einzugehen. 
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versuchen und seihst beobachten können, wie 
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& Wagner, Vaclavskö nam. c. 17; Zürich Lüneburg, 
Rathausquai 4; POSOO Prusiewicz ul. Przecznica 11a. 
Dr. med. H<* prakL Arzt In B.: Ich habe in der let7*en Zeit 
eine Reihe von fettleibigen Personen mit dem Punkt- 
Roller behandelt. Die Kranken nahmen nicht nur erheb 
lich an Gewicht ab — in 2 Fällen über 3 Pfd. pro Woche — 
sondern sie waren mit der Anwendung des Apparates 
ganz andere Menschen geworden; sie fühlten sich frischer 
und konnten ihrer Arbeit ohne die sonst so schnell ein 
tretende Ermüdung nachgehen. Ich bin mi Ihrem 
Apparat sehr zufrieden. 
Dr. med. W., prakL Arzt: Wenn der Apparat 
Punkt Roller systematisch mehrere Wochen 
nach Vorschrift aagewendet wird, ver 
spricht er glänzende Erfolge. Er ist des 
halb zur Therapie der Adipositas (Fett 
sucht) ganz besonders warm als das 
beste neuzeitliche Mittel zu empfehlen. 
Dr. med. Sch.» Arzt in 8: Ihr Punktroller 
hat sich mir in der Praxis i. d. bisherig. 
Fällen zu meiner u. meiner Patienten 
vollster Zufriedenheit bewährt 
Ob. StAbsarzt Dr. B. in B.: Der 
Punktroller ist als eine sehr glück 
liche Erfindung za begrüßen. Er ist 
ein Massageapparat der allen ärzt 
lichen Anforderungen entspricht. 
8an.-Rat Dr. med. IL, Leitd.Kuranstalt 
A.: Der Punktroller übt eine ganz vor- 
zügl. Wirkung aus. Die Kautschuk 
saugnäpfchen desselben wirken auf 
die Gewebezellen blutüberfüllend. 
Chefarzt Dr. med. LI. 8ch.t Man kann d. Punkt-Roller 
das überschüssige Fett an den Stellen beseitigen, 
wo es am lästigsten ist z. B. am Leib oder an den 
Hüften, an den Schultern, Schenkeln oder Waden. 
Durch Kräftigung der Muskulatur infolge dieser Mas 
sage schwindet auch das sogen. Faulfett, das träge 
fließende Blut wird in schnellere Zirkulation ge 
bracht, der gesamte Stoffwechsel wird gehoben 
Facharzt Dr. med. P. In W„ Jedenfall 
Apparat sehr zufrieden, der in g 
vielseitigster Verwendung 
Qeneral-Oberarzt Dr. med 
drehende Gummiwalze 
kungen besitzen 
fortgesetzt 
diese anset 
Wechsel i 'gäL
        
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