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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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Spezial auf nahmen für das „Berliner Leben“ : 
Zander & Labisch« 
•^\ELE 
zur 
REISE 
E. v. T. 
Stets schlugen der Begeisterung Wellen 
Entgegen Dir wie Wogenprall, 
Es trugen Dich des Rundfunks Wellen 
Im Aether üherm Erdenb&ll 
Jet/ brachte auf der Lüfte Wellen 
Ein Flugzeug dich ins Bayernland. 
Bald schwimmst du in des Meeres Wellen 
Und liegst an einem Badestrand / 
Umschmeichelt von der Liebe "Wellen 
All jener•, die die Kunst gebannt 
OFFENER 
ABSCHIEDSBRIEF 
VON EDITH SCHOLLWER 
Alein lieber Freund, ich will verreisen; 
Denn die Saison ist endlich aus, 
Verklungen sind die letzten Weisen 
Von Meister Lehar, Nelson, Strauß. 
Die Stifte legt ich aus den Händen, 
Die Aag’ und Lippen mir verschönt, 
ffeQl soll sich alles, alles wenden, 
Im Sommerurlaub ist „di e Kunst" verpönt! 
Persönlich könnt' ich nicht mehr Abschied nehmen, 
Ich macht’ es schriftlich drum auf diesem Platz, 
Du wirst zwar sagen : „Pfui, ich soll mich schämen/' 
Zumal ich täglich sang:„Schreib ’ keine Briefe, Schatj l 
Wohin ich reise, will ich dir nicht sagen, 
Ich höre in Gedanken d’rob dich fluchen, 
. /a, lieber Freund: „Nie sollst Du mich befragen, 
Doch kennst in Korsika Du mich besuchen l" 
Ich glaube fast ich werd’ Dir fehlen, 
Du denkest meiner von früh bis spät." 
Doch nein: „Das kennst Du Deiner Großmama 
erzählen . 
„ Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht. 
Ade! Mein Schatz, vergiß die Rechnung 
nidit vom Schneider, 
Nimm in Gedenken einen Kuß, ’nen süßen, 
Ich sag’ dir, wundervoll sind meine Kleider 
Und „wenn du meine Tante siehst, ich laß sie grüßen!" 
Erika v. Thellmann
        
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