Path:

Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

I f P M1Hf Kheuma, Bicbf. 
fittUilillB Hexenschuß 
unbedingt; ISCHIASAH 
Salbsnkar. Komplette Kur M 7.70, Klein 
packung-, f. Mehrzahl d. Fälle ausreichend, 
M 2.10, Glänzende Gutachten von Ärzten 
u. Patienten. Auskunft und Nachweis von 
Apotheken durch Iiiietor-Gesell 
schaft m. b. H., Berlin XW 52, 
Raihenower Str. 4, Fernspr. Moabit 5148. 
Lüsternheit und seine Eitelkeit in 
gleichem Maße aufgestachelt, ganz 
wie es die Absicht Du Barrys ge 
wesen war. 
Aber — neben wollüstigen Bildern 
•schaute er auch Zahlen. Groß und 
deutlich schaute er sie: Zwei 
hunderttausend. Das war Geld, viel 
Geld. In Anbetracht seiner Ein 
künfte und seines Vermögens 
konnte er es natürlich verschmerzen; 
so Zweimalhunderttausend Livres 
jedoch an sich —ein Haufen Geld. 
Und es warf den armen Schatz 
meister hin und her, daß sein Lager 
krachte. Da fochten die Sinne und 
sein Rechengeist einen harten 
Strauß, dessen Entscheidung lange 
schwankte. 
Mit Frau von Lancon sah er sich 
in einer Loge der Oper. Alle Blicke 
würden ihm gelten. Frau von Lancon 
in großer Toilette — wer konnte 
sich mit ihr messen? Ach, aber An 
sprüche würde diese Frau stellen! 
. . . Die kostbarsten Kleider und 
Schmuck, nur den teuersten, den un 
erschwinglichsten. Mit den zweimal- 
hunderttäusend Livres war doch erst 
das Recht auf sie erkauft, sonst 
nichts. Du Barry war imstande und 
nahm ihr den Schmuck einfach ab. 
Am Ende mußte er. St. Foix, ihr all 
die Kostbarkeiten, ohne die er sich 
mit ihr gar nicht zeigen konnte und 
auf die sie auch sicherlich nicht ver 
zichten würde, wieder anschaffen. 
Und ein standesgemäßes Heim dazu 
und Wagen und Pferde und . . . 
nein, nein, das wollte er nicht mit- 
machen! ... 
Und wenn man’s genau nahm, wo 
für das alles? Im Grunde für eine 
Leistung, die man anderwärts weit 
aus wohlfeiler haben konnte. Weib 
ist doch Weib! Die kleine Zofe, die 
ihn bisher über den Mißerfolg bei 
der Herrin hatte trösten müssen, 
war auch kein übelgeratenes Frauen 
zimmer. Dort fand man auch, was 
man nicht gern missen wollte. Das 
kleine süße Ding, mit den Brüsten 
wie die Äpfelchen, lag wohl schon 
lange zu Bett — wie nett wäre das, 
wenn man sie bei sich hätte .. . 
Der Herr Schatzmeister schellte 
mit einem energischen Griff nach 
dem Abbe: „Hol sie“, sagte er nur, 
was der Sekretär verstand. — 
Herr von Humieres war eben in 
sein Zimmer zurückgekehrt, als er 
eine Tür des St. Foixschen Apparte 
ments kreischen hörte. Was ging da 
neben noch vor? In dieser Nacht 
konnte alles, was -im Schlosse sich 
ereignete, von Bedeutung sein. 
Schnell verlöschte er sein Licht, ließ 
die Gangtür einen Spalt breit offen 
und legte sich auf die Lauer. 
Er sah den Abbe auf leisen Sohlen, 
ein dünnes Kerzchen in der Hand, 
vorbeihuschen und nach einer 
kurzen Weile wieder zurück- 
schi eichen. 
Noch suchte Herr von Humieres 
nach einer Erklärung für den nächt 
lichen Ausflug des Abbe, als ihm 
auch schon Aufschluß ward: eine 
zarte Gestalt im langen weißen 
Nachtgewand, die er nicht das erste 
mal auf diesem Wege überraschte, 
tappte sieh vorsichtig den Gang ent 
lang und verschwand im Schlaf 
zimmer des Herrn von St. Foix. 
Da wußte der Baron, wie sich der 
Schatzmeister entschieden hatte. — 
Des anderen Tage® um die Mittag 
stunde brach Humieres auf. 
Du Barry war über den plötzlichen 
Entschluß zwar erstaunt, er durch 
SALON HEMPEL 
Moderne Frisier-Salons 
ftir Dunsen und Herren 
BERLIN W15 
JoneMmstlialer Str. 35 
CEd& AugsBurger Str. cm Kurfärstenäammj 
Telefon: Bismarck 9/14 
schaute auch die Nichtigkeit der 
vorgebrachten Gründe, eine Ver 
ständigung zwischen dem Baron und 
Frau von Lancon erschien ihm je 
doch ausgeschlossen. 
Gleichzeitig mit Herrn von Hu 
mieres reiste Brancas ab. Als er von 
dem bevorstehenden Abschiede des 
Barons erfahren hatte, wollte auch 
er nicht länger bleiben. Die ge 
drückte Stimmung, die in der Luft 
lag, behagte ihm -nicht. 
Du Barry hatte dem Pächter von 
Montbizot den Holzschlag über 
tragen, zu nicht 'ungünstigen Be 
dingungen, was den Schatzmeister 
etwas besänftigte. Mit dem Verkauf 
von La Guerche allerdings mußte 
man sich noch in Geduld fassen. Das 
war von einem Tag auf den andern 
nicht zu erledigen, und wenn Du 
•Barry schriftliche Angebote von La 
Guerche auch nicht unterließ, so 
versprach er sich doch ganz richtig 
davon wenig Erfolg. Aber vorerst 
konnte er sich ja nicht entfernen, 
Wichtigeres hatte er noch zu er 
ledigen: er mußte abwartend Frau 
von Lancon und den Schatzmeister 
beobachten. 
St. Foix ließ sich bei den meisten 
Mahlzeiten entschuldigen und ver 
mied es offensichtlich, sich mit Frau 
von Lancon mehr zu beschäftigen, 
als die Höflichkeit es unbedingt ver 
langte . . . 
Dieser Plan war also fehlge- 
schlagen! Zürnen und Rasen half da 
nichts, es hieß, die Rettung wo 
anders suchen. 
Eines Tages sagte Du Barry zu 
St. Foix: „Ich fahre nächstens nach 
Paris.“ 
piii!ijjiiiii[iiijiiii!iiiiiiiiiiiiiii;iiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiimniiiiiiiiiiinnii!imiiiiiiniiiiiiii^ 
Vornehme WanäbettleifHing 
Tapeten, Wand 
stoffe, Tekko, Velour, Leder 
und sämtliche Künstlertapeten 
Edmund Kröber 
Charlottenbiirg. SchloOsfraße 30 31 
Fernsprech AnschluB: Wilhelm 1938, Steinplatz 16313 
Untergrundbahnhof Sophie Cnarlotte-Platz 
äniiüillllUillllillllllllHillillllllllillllllllHIIIlllllllllllllIHHlllllllllllllllltHilllllillllllülimiilirn 
Okasa für Männer! 
Nach Geheimtat Dr. med. Lahmen. 
Vielfach nachgeahmt! Niemals erreicht! 
Ein Beweis 
für die prompte und anhaltige Wirkung von „OKASA“ 
»tr.d die in letzter Zeit aufgetauchten versuchten 
hi achahmujtgen 
der gesetzt, geschützten Marke „OK ASA“^nach Geheim- 
rat Dr. med. Lahusen. N ur anerkannt bewährte Präparate 
bieten Anreiz zur Nachahmung. 
Weite Wege haben die Rohprodukte zurückgelegt, bevor sie in Deutschland 
zu den bewährten Okasa-Tabletten nach Ge eimrat Dr med. Lahusen (Sezual- 
Kr'aftigungsmittel bei vorzeitiger Schwäche) verarbeitet werden. Ersatzmittel 
gibt es nicht! Die Wirkung von Yohimbin allein ist in den Schatten gestellt! 
Hochinteressante Broschüre mit täglich eingehenden geradezu frappanten An 
erkennungen über die promt teundna hhaltige Wirkungvou Ärzten und Privat 
personen jeden Standes erhalten Sie kostenlos absolut diskret in verschlossenem 
Doppelbrief ohne Absender gegen 20Pfg Porto Es wird ausdrücklich betont, 
daß keine unverlangten Nachnahmesendungen, wie dies jetzt vielfach üblich, 
versandt werden Die Zusendung der Broschüre verpflichtet Sie zu nichts. Be 
stellen Sie sofort (auch wenn Sie bisher alles Mögliche, Apparate, sog. Kräfti- 
gungmittel usw, erfolglos angewandt), und dann urteilen Sie selbst. Eine 
Originalpackung ä 100 Portionen 8,50 Mk. 
Zu haben in den Apotheken. Generaidepot und alleiniger Versand: 
Kadiauers Kronen-Apotheke, Berlin 238 
Friedriclistruße 160 
18
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.