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Full text: Berliner Leben Issue 29.1926

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Braunteidener Abendhut 
mit Tüllrand und Goldstickerei 
Die Tänzerin Eva Held 
in einem roten Filzhut mit schmalen Goldborten 
ziehungskraft, die gewin 
nende Grazie. Weiblichkeit 
ist eine Art moralisches Par 
füm, das verführt und von 
dem eine unwiderstehliche 
Zärtlichkeit ausgeht. 
Und .diese Weiblichkeit 
zeigt sich endlich wieder in 
unseren Kleidern, unseren 
Hüten. Die Kopfbedeckun 
gen umspannen fest die 
Form des Kopfes und geben 
nur die Seitenlocken frei. 
Seide und glänzender Panne 
ist für die Übergangshüte 
vorherrschende Mode. Viele 
kehren sogar zu der Toque- 
Form zurück. Kokarden, 
Blumen und Reiher teilen 
sich in dem Ruhm, die Weib 
lichkeit zu schmücken. 
Mode ist in allem, was den 
Frauen gefällt oder sie auch 
nur amüsiert, und es gibt 
nichts, was sie daran hin 
dern könnte, etwas für 
„schick“ ju erklären. Im 
ständigen Wechsel ist sie 
nur darauf bedacht. Das Bild, 
das sie gestern zurückließ, ist 
eine Rivalin, über die es 
heute zu triumphieren gilt. 
Eine Frau hat fast noch 
mehr' Vergnügen daran, 
einen Hut als ein Kleid zu 
wechseln, denn der Hut ist 
der Rahmen für das Gesicht. 
Ihm fällt die führende Rolle 
zu, die weibliche Schönheit 
ins rechte Licht zu setzen. 
Gefallen? wie schwer 
ist das! Von morgens bis 
abends muß sich eine Frau 
darauf trainieren und nie 
mals müde werden! Denn 
sie will und muß schön sein, 
sie will und muß erobern! 
Zweifellos ist der Typ der 
Frau selbstbewußter, männ 
licher geworden, eine Tat 
sache, die an und für sich 
mit den Verirrungen der so 
genannten Bubimode nichts 
zu tun hat, sondern die mit 
der Entwicklung unserer ge 
samten Kultur zusammen 
hängt. In der letzten Zeit 
aber wurde an der Frau alles 
zu männlich. Das Wort 
Weiblichkeit war fast aus 
dem Frauenregister ge 
strichen worden, und doch 
bedeutet gerade Weiblich 
keit den Charme, die An- 
Schwarzer Seidenhut mit Kronemeiher 
Modelle: Alice Wicht *** Photos: Claire Sonderhoff
        
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