Path:

Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

3 
Nr. 2» 
Jahrg. ’JS 
Chocolate Kiddies 
Grunenberg 
macht nicht auf, die kenne ich ganz genau! (Wirft sich 
auf das Sofa.) Habe ich das notwendig gehabt? Wie 
glücklich lebte ich als einsamer Junggeselle mit meiner 
geliebten Tänzerin Margot! Die hat sich nie einge 
schlossen 1 (Dreht das Licht ab.) Jetzt lege ich mich hin 
und träume von Margot, damit sich Sabine ärgert! 
(Wirft sich hin und her.) Hart liegt — man 
hier jaja das Leben ist hart! O Margot! 
(Schläft ein.) 
Zweite Szene. 
Paul (schlafend), Margot (seh^. elegant, degagiert 
und flott, mit Hut und einem totchicken Mantel, dem 
man ansieht, daß er nicht von der Gage bezahlt ist, 
durch die Mitte). 
Margot: Gott sei Dank, wieder zu Hause! (Macht 
Licht.) Ein Glück nur, daß ich den Hausschlüssel bei 
mir hatte, denn bis unser Portier sich aus dem Schlafe 
rütteln läßt, da hätte ich lange warten können! (Legt 
Hut und Mantel ab, legt beides in einen Schrank.) 
Paul (durch das Licht geblendet, öffnet die Augen, 
blinzelt zu Margot hin): Was sagt man! Ich träume 
richtig von meiner Verflossenen! Und wie nett sie aus 
sieht im Traum! 
Margot: Nanu, da spricht ja jemand! (Nähert 
sich dem Divan.) Allmächtiger, ein Mann auf meinem 
Divan! 
Paul: Es ist unglaublich, wie lebhaft man träumen 
kann! 
Margot (ihn erkennend, freudig erschrocken): Das 
ist ja — — (auf den Divan zustürzend) Paulchen, 
Herzensschatz 1 Wie kommst du hierher? (Umfaßt ihn.) 
Paul: Aber das kann doch gar kein Traum sein! 
(Faßt sich an Nase und Ohren.) Natürlich, ich bin 
wach! (Setzt sich mit einem Ruck auf.) 
Margot (neben ihm, schmollend): Vier Monate hast 
du nichts von dir hören lassen! Wo warst du denn so 
lange, Bösewicht? Wie reizend von dir,, daß du mich in
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.