Path:

Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

32 
Jafirg. 23 
A r 24 
AcKtung! * 
Die nächfte Nummer (Nr. £5) des „Berliner 
Lebe n' erleb eint,, textlich und illuftrativ befonders 
reich ausgeftattet/ und ?um erften A4ale mit einem 
großen A4.ödeteil verlebet!/ als 
Rei kS on J t 
ernummer 
Unter den „Prominenten 77 der Feder/ die in diefem 
Heft mit Beiträgen vertreten find/ nennen wir u. a.: 
Dr. Hans Bethge, Dr. Hans Bachwit^/ El 
Correi/ Dr. Ludwig Hirfchfeld (’Wien) / Dr. 
Rudolf P resber/ Leo Heller/ Paul Rosen» 
hayn/ Arthur Silbergleit/ Lothar Sachs. — 
Den illuftrativen Teil der Sondernummer beftreiten 
u. a.; Fenneker/ Dr. Orunenberg/ Goethe/ 
Linge/ Seher/ Styx (Paris), liefen Sie auf der 
Reise/ im CoupeC/ am Strand/ auf der Kurpro 
menade/ im Gebirge das 
„BERLINER LEBEN" 
„Ja! . . . Warte dort wieder!“ Ein Wink mit dem 
Kopfe verwies den Kleinen zurück in die schauerlichen 
Schlupfwinkel indianischer Krieger. 
Henn aber starrte auf das leere Papier in seiner Hand. 
Jetzt entschied er über sein und ihr Schicksal . . . 
Unwürdiger konnte die äußere Form seiner Botschaft 
nicht sein . . . Gleichwohl überhob sie ihn der Schwie 
rigkeit der Wahl. Mit Bleistift schrieb er hin; „Sie 
befehlen eine sofortige Antwort, Gnädigste! Es ge 
schieht. Hier im Walde schreibe ich diese notdürftigen 
Zeilen. Sie wünschen den Abschied: Es sei.“ 
Mit einem unleserlichen Schnörkel Unterzeichnete er, 
kniff das Papier telegrammartig zusammen, versiegelte 
es mit einer Briefmarke und gab es dem auf seinen 
Pfiff herbeistürzenden Jungen. 
„Da!“ 
Ein .fürstliches“ Trinkgeld obendrein. 
Ein Rad flog durch di£ Sonne . . . 
Wespen surrten — Mücken tanzten in frohen Schwär 
men. Das Sonnengold sickert zum warmdunstenden 
Waldiboden herab , . . 
Henn reckte und streckte sich. 
Er hatte während der letzten Stunde merkwürdig ge 
altert. Hart und fahl waren seine Züge. Leer und 
kalt sein Herz. 
Aber er hatte das Bewußtsein, recht gehandelt zu 
haben . . . 
In jeder Hinsicht! 
Langsam trat er den Heimweg an, verarmt, aber ge 
reinigt. 
Er führte eine Weile das Pferd am Zügel und folgte 
so der Radspur, die vor ihm scharf den losen Staub 
furchte. — 
Fünftes Kapitel. 
Fürst Porphyrio saß wie immer bei verhangenen 
Fenstern und mattem Kerzenlicht, als Henn bei ihm 
eintrat. In sein rotseidenes Gewand gehüllt, beugte er 
sich über Karten, die den Tisch bedeckten. Er hatte 
sich wieder ganz seinen astrologischen Studien zu 
gewandt und war. in den Atlas coelestis vertieft. 
Mit einem unleserlichen Schnörkel Unterzeichnete er. 
Er machte sofort Henn auf ein Sternzeichen aufmerk 
sam, mit dem er sich gerade beschäftigte. 
„Hier“, sagte er, „hier bin ich unter dem Tierkreis 
zeichen des Stiers, unter besonders unheilvoller Be 
einflussung des feindlichen Saturn geboren ... Im 
Sternbild des Mars geschah das Unglück . . . Ich 
möchte wissen, unter welchem Stern ich sterben 
werde . . .“ 
Ein fades Lächeln verzog Henns Oberlippe. 
„Das erfahren Durchlaucht jedenfalls rechtzeitig!“ 
sagte er kalt. 
Der Fürst hob sofort den Kopf. Diesen Ton hatte 
er kaum je vernommen. „Welch böser Geist spricht 
aus dir?“ fragte er. 
Henn sah, daß er sich entschuldigen mußte. 
„Ich hoffte, Durchlaucht über einer anderen 
Karte zu treffen“, sagte er. „Haben Durchlaucht den 
Wunsch, zu reisen, aufgegeben? 
Der Fürst forschte in Henns veränderten Zügen. Der 
Ausdruck seiner hinter blauen Brillengläsern verborge 
nen Augen war nicht zu sehen, dennoch fühlte Henn 
Die SrztllcH empfohlenen 
Jkläs Gesundheitsbinden 
senden Strahlungen aus. 
Sie beeinflussen gern selbsttätig durch milde, 
dlum artige Sirahlungen den Körper. 
Ikles Gesundheitsbinden werden ln 
1. 51 ou strahlend, dann zu ver 
wenden. wenn der Unterleib sehr 
empfindlich, die Periode schmerzhaft ist, 
2. rot strahlend, wenn Schwächezustfindc vor 
liegen, zu schwache Perioden auftreten, endlich 
3. grün strahlcn'd, 
wenn bakterielle Ent 
zündungen im Unter 
leib Ihren Sitz haben 
(Weibflub). 
Louis Jkle / Köln-Lindenthal
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.