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Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

Jafirg. 28 
Nr. 2 
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Hi. Julian Futis' Foilies Band vom Großen ScliauspiBlliaus sp i '® ,t Hereidespalast Tel. Zentrum 4239, 7983 
„Wir haben dem Herrn Grafen Drogo die wichtige 
Mitteilung zu danken, daß der Marchese ein Abenteurer, 
ein entsprungener oder entlassener Sträfling aus 
Venedig ist, der Spionage treibt. Der Marchese ist 
sofort auszuheben und heimlich und ohne jedes Auf 
sehen in das Gefängnis einzuliefern. Sie werden alles 
Notwendige veranlassen und mir sofort Nachricht 
bringen, wenn mein Auftrag ausgeführt ist.“ , 
Der Sekretär verbeugte sich und verließ das Zimmer 
und der Kardinal wechselte den Ton. 
„Jetzt lassen Sie uns von der alten Zeit plaudern, bis 
wir die Nachricht erhalten, daß jener Spion unschädlich 
gemacht wurde. Es lebe Rom!“ 
Er hob den Pokal und der Graf, der nun vollkommen 
beruhigt war, tat ihm Bescheid. Eine Stunde lang wußte 
der Kirchenfürst den General angeregt zu unterhalten, 
dann trat der Sekretär wieder ein. 
„Nun?“ 
„Der Marchese wurde soeben in den Kerkergewölben 
des Staatsgefängnisses eingeliefert. Er stand an 
scheinend im Begriff zu verreisen. Sein Haus ist ver 
siegelt.“ 
„Es ist gut.“ 
Der Kardinal lächelte, als der Sekretär gegangen. 
„Sie sehen, wir arbeiten rasch.“ 
„Ich danke Ihnen, Eminenz.“ 
„Wir danken Ihnen und nicht wahr, ich habe Ihr 
Wort, daß Sie Ihrer Tochter nicht nachtragen, was sie 
unbewußt tat.“ 
„Ich bin glücklich, daß Eminenz so gütig über sie 
denken und daß ich ihr nichts Schlimmeres zu verzeihen 
habe als eine Tat, die ein Mädchen wohl nicht zu be 
urteilen imstande.“ 
Er beugte sich tief über die Hand des Kardinals und 
dieser machte das Zeichen des Segens über ihn. Graf 
Drogo verließ den Palast. Schon begann in den noch 
nächtlich dunklen Straßen das Leben des jungen Tages, 
als der Graf wieder den noch stillen Palazzo Gran- 
villardo betrat und jetzt endlich zur Ruhe ging. Der
        
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