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Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

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Nt 22 
Jafirg, 28 
Die Golfspielerin 
Manja duldete es nicht im Hause. Nachdem sie alles 
für die Rückkehr der Herren vorbereitet hatte — es 
sollten alle über Nacht im Gutshause logieren —, trat 
sie, in ihren Pelz gehüllt, wieder in den Hof. Die Leute u 
standen noch immer vermummt am Tor, lauschten und 
warteten. Es hatte schon Mitternacht geschlagen, als 
endlich, fern und dumpf, ein Schuß ertönte. Drinnen 
im Walde, in dem die Reiter verschwunden waren. 
Und schon folgten andere, es knallte schnell hinter 
einander, man hörte fernen Lärm, und plötzlich 
kreischte eine Magd gellend auf. Da schrie auch schon 
ein Knecht: „Der Wolf, der Wolf! 1 
Manja drängte sich durch die Leute, und im selben 
Augenblick flog über die Felder, am Gutshof vorbei, ein 
Linge 
großes, struppiges Tier. Manja sah es genau, sie sah 
seine Augen, da es den Kopf zu ihr hinüberwandte, 
schrie laut und taumelte. Fedor, der alte Reitknecht, 
hielt sie fest. Sie zitterte am ganzen Leibe. 
„Wo ist er?“ sagte sie mit gebrochener Stimme. 
„Drüben, im Walde, verschwunden!“ riefen die Leute, 
die sich angstvoll aneinander festhielten. Manja atmete 
auf. Und da kamen schon die Jäger über das Feld ge 
stürmt. „Er ist angeschossen!“ rief einer. Und da sagte 
auch der Knecht: „Ich sah’s, er hinkte auf einem Hinter 
lauf.“ Er wagte sich hinaus, als die Reiter vorbeigesaust 
waren, und zeigte eine blutige Spur.“ 
Aber Manja hatte unter den Reitern nach Adalbert 
gesucht und ihn nicht gefunden. Sie blieb an das Tor
        
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