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Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

Nr. j Ja Arg. 28 
29 
M U M O R 
KALA U I M P O RT 
Komisch klingt; 
Wenn ein Reisender mit einer 
Riesenglatze ein ausgezeichnetes Haar 
wuchsmittel verkauft. 
Wenn ein Magen- und Darmarzt dir 
mit einer Rechnung in den Ohren liegt. 
* 
Wenn ein Nachtwächter Tagesge 
spräch ist. 
Wenn der Stern des Abends in der 
Morgentoilette empfängt. 
* 
Wenn es in einem öffentlichen Ver 
gnügen verboten zugeht. 
* 
Wenn ein Stehgeiger sitzt. U 
* 
Wenn auf einer Börse keiner auf den Namen Meier 
hört. 
Wenn ein Dichter das Glück hat, im Unglück seine 
Seele reifen zu sehen. 
♦ 
Wenn ein Katzenfeind einen Kater mit nach Hause 
bringt. 
Wenn ein Konzerndirektor als Freund des Staats 
anwaltes stirbt. 
Wenn es im tiefen Keller hoch hergeht. 
* 
Wenn der kleine Mann das große Los gewinnt. 
* 
Wenn ein Lautsprecher sehr leise klingt. 
* 
Wenn eine Gans halb auf den Tisch kommt. 
* 
Wenn ein fetter Mann Magermilch trinkt. 
le sich Lu und Lo den Flettner-Rotor vorstellen 
Wenn ein Schwindler die Wahrheit sagt. 
* 
Wenn ein Weiser sich närrisch freut. 
* 
Wenn man einem Hellseher die Augen öffnet. 
Egon H. Straßßurger. 
Der Rekord. 
Ich war auf das Jagdgut eines Bekannten eingeladen. 
Eines Tages hatte ich gute Beute gemacht. Ich ging 
deshalb abends in den Gasthof hinunter, um zu renom 
mieren. 
Am Tisch saß ein dicker, ekelhafter Protz. 
„Weidmann?“ fragte er. 
„Allerdings!“ 
„Was erlegt heute?“ 
„Zwei Hasen und drei Rebhühner!“ 
„Das ist nichts! Ich habe heute neun Hasen, sechzehn 
Rebhühner, zehn Wachteln und vier Fasanen zur 
Strecke gebracht!“ 
„Donnerwetter, da sind Sie wohl ein guter Schütze?“ 
„Nee, — ich bin Automobilist!“
        
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