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Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

Schwarze Pannetoque mit kleinem Reiherbüschel. 
Die Form ist hinten randlos. 
Silbergraue Samttoque mit Kronenreiher. 
Goldgelbes Velour-Chiffon-Cape. 
Modell; Agnes Gallewski. 
Photos: Kiesel 
KLEIN ODER GROSS? 
Nichts in der Mode zeigt gleiches Variationisbedürfnis wie 
der Hut. Seine neue Form ändert die Silhouette, prägt ein 
anderes Bild. Und da ein Hut so leicht erreichbar, seine An 
schaffung mit geringen Aufwendungen verknüpft äst, kürzt die 
Frau von Welt und Geschmack seine Lebensdauer. Sie be 
weist damit ihre Geschicklichkeit und Verständnis für die An 
forderungen, die an ein reizvolles Aussehen gestellt werden. 
Man hat mit dem Weiterwerden der Röcke Schritt gehalten 
und ist zu Hüten mit breiteren Rändern übergegangen. Damit 
ist nun nicht gesagt, daß jede Dame einen großen Hut wählt. 
Der kleine Hut ist demnach geblieben, er ist zu sehr mit be 
stimmten Zeiten und Toiletten verknüpft. 
Man hat die Kappenform mehr in den Vordergrund ge 
bracht, in allen möglichen Farben sind sie zum Pelzmantel 
ungemein reizvoll. Der kleidsame, vorn aufgeschlagene und 
rückwärts kurze Samthut charakterisiert ebenfalls den moder 
nen Typ. Man kann dicht behaupten, daß eine bestimmte 
Form dominiert. Die Köpfe der kleinen Hüte steigen nur in 
erstaunlicher Weise in die Höhe. Filz mit Samt wird wiedei 
häufig zusammengesetzt, dann gibt es eine neue ombrierte 
Samtart, die außerordentlich amüsante Effekte erzielt. Am 
meisten sieht man diese Schattierungen in rötlichen Nuancen, 
in Braun, Gold und Gelb. 
Als eleganten Nachmittags- und Abendhut bevorzugt die 
Pariserin einen kleinen Hut mit seitlicher Garnitur, der fast 
ausnahmslos aus kostbaren Reihern besteht. Trotzdem man 
bemüht ist, möglichst viel Material aneubringerp besitzt dieser 
Schmuck den Vorzug zartester Duftigkeit, eine Eigenschaft, 
um die man wohl die Reiher an intensivsten liebt. 
Schwarze geschwungene Zylinderform mit Samtkrempe 
und aparten Coldplaques. 
Conrad-Modellhut.
        
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