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Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

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DIE KUNST, 
VON HERTHA LIEBHARDT 
Auch die Frau von heute will schön sein und 
jung bleiben, und die verständige sucht dies 
Ziel nicht mehr auf Kosten der Gesundheit zu 
erreichen, die Wahrheit, daß die Gesundheit der 
Weg zur Schönheit sei, beginnt sich immer 
weiteren Kreisen zu erschließen. 
Drei Dinge sind es, die dm großen die mensch 
liche Schönheit ausmachen: Ebenmaß und 
Körpers zur Entwicklung gelangen 
müsse, nicht durch Schminke und 
Puder sich aufkleben lasse. Unsere 
Verkümmerungen des Körpers 
kannten sie nicht, sie hemmten ihren 
Leib nicht im Wachstum, sie preßten 
ihn nicht in Korsetts und gaben ihm 
nicht einen Wust von schweren Klei 
dern zu tragen. 
Der Grieche lernte von Jugend auf 
das Nackte kennen und unterschied 
sich eben darum so wesentlich von 
der modernen Weltanschauung. Wir 
Frau Daisy Morton hei ihrer 
täglichen Morgenarbeit: 
Übung 
Grundstellung von vorn gesehen, ge 
schlossene Knie, geschlossene Fersen. 
is in die ältesten 
Kniebeugen. 
Zeiten, bis in die Ur 
anfänge der Kultur zu 
rück, läßt sich das Bestreben 
der Menschen verfolgen, sich zu 
schmücken, sich „schön zu 
machen“, sich „jung zu erhalten“. 
Das Ziel dieser Betrebungen war 
immer, sich nach Aussehen, Farbe 
und Linien den jeweils herrschen 
den Schönheitsbegriffen möglichst 
ähnlich zu machen. 
Übung 2: 
Kniebeuge bei geschlossenen Knien, Behandlung der 
ganzen Bewegung von der Zentrale aus. 
Harmonie der Formen, Anmut der 
Bewegung und Haltung, Reinheit 
der Haut. 
Die Griechen, deren Schönheits 
sinn bekanntlich am höchsten ent 
wickelt war, waren viel zu klug, um 
nicht zu wissen, daß wahre Schön 
heit nur von innen herauskommen, 
durch harmonische Ausbildung des 
Übung 3: 
Kniebeuge nach rückwärts. Die gestreckten Arme 
werden langsam nach rückv/ä'1s geführt. Kopf und 
Brust neigt sich hinten über. Die Hände berühren 
die hochgezogenen Fersen.
        
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