Path:

Full text: Berliner Leben Issue 28.1925

N*. 29 
Jahrg. 2S 
23 
zu schaukeln, an der Seite einer so entzückenden jungen 
Dame.“ 
„Ja, aber wir müssen um 6 Uhr wieder zu Hause sein.“ 
„Warum denn? Gerade abends ist es so wunder 
voll . . .“ 
„Ja, aber mein Papa kommt um 7 Uhr an.“ 
Er war ein wenig enttäuscht. Aber da er an der Tat 
sache nichts ändern konnte, beeilte er sich, ein Boot zu 
bekommen. 
Sie schaukelten auf dem grünen Wasser, das die unter 
gehende Sonne gelb und blaßrot leuchten ließ. 
„Welch schöne Farben“, schwärmte Claire (so hieß 
die junge Dame nämlich) und lehnte ihr blondes 
Wuschelköpfchen an seine Schulter. 
„Liebe Claire“, rief Dr, Löminer aus und legte seinen 
Arm fester um sie, „ich liebe Sie. Morgen halte ich bei 
Ihrem Vater um Ihre Hand an.“ 
„Nein, nein“, antwortete Claire erschrocken, „um 
Gotteswillen, tun Sie das nicht. Er kennt Sie noch nicht, 
lieber Doktor, und würde nie und nimmer seine Ein 
willigung geben.“ 
„Wenn nur Sie mir Ihr Jawort geben, Claire . . 
Gtunenberg 
Abschied
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.