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Full text: Berliner Leben Issue 27.1924

Nr. 24 
Jabrg. 27 
Die Marquise sah ihn freundlich an. 
„Und wenn die Rache einen Akt der Notwehr dar 
stellte?“ 
Der Chevalier richtete sich auf. 
„Dann, Madame, dann wird dieser Mann der Rache 
zu begegnen wissen.“ 
Mit einem Satz riß sich die Marquise vom Lager. Ihre 
Augen funkelten. 
„Passen Sie auf, Chevalier“, kam es scharf von ihren 
Lippen. 
„Minette, Martin, Charles, Jean Jean“, gellte es 
durch das Haus, drang durch die Türen und hallte in 
den Ohren der Schläfer. 
„Madame, ich bitte Sie, um Gotteswillen “ Der 
Chevalier sprang auf sie zu und versuchte ihr den 
Mund zu schließen. Ein förmlicher Kampf entbrannte. 
Immer lauter schrie sie. 
„Charles, Baptiste, Jean zu Hilfe!“ 
Schritte polterten heran, rauhe Fäuste rissen die Tür 
auf, griffen nach dem Chevalier, entwaffneten ihn, 
banden ihn. — 
Am nächsten Tage durfte man den Fall des Che 
valier von Gersai als beachtlichen Beitrag in der 
chronique scandaleuse buchen. In allen Salons machte 
die peinliche Affäre die Runde. Der Chevalier, dieser 
famose Gesellschafter und Heros der Liebe! Unbe 
greiflich! Die Details des hinterlistigen Attentats auf 
die Marquise kannte man noch nicht. Dem Vernehmen 
nach handelte es sich um einen heimtückischen, brutalen 
Überfall. Schon zu Mittag erschien in der Wohnung 
des Chevalier der Oberst seines Regiments, um ihn den 
Degen abzufordern und ihn in Haft zu nehmen, wo er 
Gelegenheit hatte, über die Frauen im allgemeinen und 
die Rache einer beleidigten Frau im besonderen nach 
zudenken. 
LIEBESPERLEN 
Wenn sich Frauen in die Einsamkeit begeben, so tyn 
sie es nur deshalb, um ungestörter von ihren Freunden 
besucht werden zu können. 
Welches Opfer man auch einer Frau bringen mag, 
sie wird es niemals einsehen, und stets meinen, daß es 
nicht groß genug sei. 
Das einzige Geheimnis, das man auch der plauder- 
haftesten Frau anvertrauen darf, ist, daß man ihre 
Freundin hübsch finde. 
♦ 
Jede Frau, mag ihre Vergangenheit noch so bunt 
gewesen sein, sucht ihren Liebhaber davon zu über 
zeugen, daß sie seinetwegen den ersten Fehltritt begehe. 
# 
Auf Reisen muß man zu dreien sein, weil man zu 
zweien Gefahr läuft, sich zu langweilen. In der Ehe ist 
es nicht selten dasselbe. 
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