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Full text: Berliner Leben Issue 27.1924

Nr. 24 
4 
o o 
Die Pilzmama 
DSblin 
ALPENSINFONIE 
ARTHUR SILBERGLEIT 
Versammeft eud nun, meine Abgesandten, 
Zu einer Bönigfiden Mefodiej 
VoBafe, reißt eud> Büßn an Konsonanten 
Zu meiner großen Afpensinfonie, 
Seid meiner Träume Bfirrende TraBanten 
Und zwingt eud Land undLauscBer auf die Knie, 
Daß sie titanenBaft in DonnercBören 
Der Gfetsder Heere tabwärts stürmen Bären I 
Bescßämt der Sturzflut Brausen, UrfautBrüffen, 
Weit stärBer tost der Mund der Gottheit noch. 
Mit Bgmniscßen GefühCen zu erfüffen 
Des Gießbades ToBen von der Gipfel Jodj 
Laßt ade Himmef eud ihr Herz enthäffen, 
BfeiBt aber Sieger ihre Stifte dod. 
Daß unterm Bfauen Mantef ihre Träume 
Das Hosianna eures Jaudzens sdäume! 
Afs Ungebundener und ewig Treier 
Spann' id eud in der Töne Tyrannei; 
Did, WiCdgans, Sperber, HaBidt, TafB und Reiher, 
Did, weiße WoCBe, und did, sdwarzen Weih, 
Did, TriedenstauBe, und did, Räuber Geier, 
Did, sanftes Girren, und did, sdarfen Sdrei, 
Id fasse eud nidt mehr durd Äther sdweifen, 
KCangBänder soffen eud herniedersdfeifen! 
Sudt ihr mid fittidrausdend zu verspotten. 
Weif id so Bühn und Berrfid Berrisd Bin? 
Weist ihr zum Wohffauttropfenstrom von Grotten 
Mid MefodienBönig fieher hin? 
Id wiff eud eueren Göttern nidt entgotten. 
Nur göttfider vertiefen ihren Sinn. 
So sdäft das Antfitz aus der Sonnenfarve 
Und sammeft Brausend eud in meiner Harfe / 
Als alles wieder gereinigt erscheint, schleppt sie 
frische Kissen für das Ruhebett herbei, befiehlt dem 
treuen Lygdamus, die Tafel mit Rosen zu bekränzen und 
schließt die Türe. 
„Weißt du, teurer Properz“, lächelte sie schelmisch, 
„weshalb ich so schnell zurückkam?“ 
„Nein, Geliebte. Ich dachte . . .“ 
„Ich erinnerte mich plötzlich der vergangenen Nacht, 
und da tatest du mir so unendlich leid ob der Einsam 
keit, in der du diese verbringen müßtest.“ 
„Ach, das war reizend von dir“, lächelte der Dichter, 
sich den Rücken reibend. 
„Nicht wahr?“ antwortete Cynthia, den Geliebten zu 
sich auf das Ruhebett ziehend.' 
„Aber nun laß uns Versöhnung feiern, denn es wird 
bald Morgen sein.“
        
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