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Full text: Berliner Leben Issue 27.1924

Nr. 22 
Jahrg. 27 
zierlich genug gewesen wäre. Denn auch zu damaliger 
Zeit gab es schon Frauen, die große Füße hatten, wenn 
auch noch bei weitem kleiner als die Jungfrauen heut 
zutage. 
Endlich kam an Rhodopis die Reihe, und siehe da — 
das Pantöffelchen paßte wie angegossen. 
Ein großer Jubel erhob sich im ganzen Lande, denn 
die fieberhafte Tätigkeit des Königs hatte seine Unter 
tanen bereits mit Besorgnis erfüllt, die das von ihrem 
Herrscher nicht gewöhnt waren. 
Denn schon zu damaliger Zeit hatten die Könige für 
gewöhnlich wenig zu tun. 
Sieben Wochen feierte man Feste im ganzen Lande, 
und der König nahm Rhodopis — zwar nicht zum 
Weibe, wie es nun in deutschen Märchen heißen würde, 
wohl aber zu seiner Geliebten, und das wollte noch 
mehr besagen. 
So kam es, daß zuletzt Rhodopis ganz allein über 
Ägypten herrschte, und nur manchmal, in ver 
schwiegenen, heimlichen Nächten, gab es einen, der 
noch mächtiger war als die Geliebte des Königs, das 
war Charaxus, der oftmals heimlich in den Königs 
palast kam, denn selbst als Königin hatte Rhodopis 
noch manche schwache Stunde. 
Erika, 22 Jahre — Hans 38 Jahre — Die Zweite . . . 
Erika: Hier Lützow 7511. 
Hans; Ist dort Grollmann? 
•Erika: Wer? 
Hans: Dachdeckermeister Grollmann. 
Erika (belustigt): Ich werde Ihnen gleich auf’s Dach 
steigen. 
Hans: Bitte schön! . . . Also falsch verbunden. 
Erika: Das schadet nichts. 
Hans: Verheiratet? 
Erika: Gott sei Dank! 
Hans: Noch in Form? 
Erika: Was dachten Sie? 
Hans: Eifersüchtig? 
Erika; Ca va. 
Hans: In Berlin? 
Erika: Verreist. 
Hans: Beruf? 
Erika: Höhere Polizei (hält sich vor Lachen die Nase 
zu). 
Hans: Waffenschein? 
Erika: Er ist doch Polizei! 
Hans; Und sind Sie blond? 
Erika: Momentan rot. 
H ans: Im Hauskleid? 
Erika: Nein, noch im Bettchen. 
Hans: O Gott! 
Erika; Was heißt: O Gott? 
H ans; Grün- oder lilaseidene Daunendecke? 
Erika: Warum wollen Sie das wissen? 
Hans: Das begeistert. Lila ist meine Lieblingsfarbe. 
Erika: Wer sind Sie? 
Jans: Ein gewöhnlicher Sterblicher . . , aber Junö 
geselle. 
Erika: Bißchen verlebt? Wurmstichig? 
Hans; Nach Bedarf einzustellen. 
Erika; Ich liebe Männer mit Glatzen. 
Hans: Muß das sein? 
Erika : Am liebsten. 
Hans: Harmlosigkeit vorhanden? 
Erika : Sind Sie ein Mann, der treu sein'kann? 
Hans: Nein. 
Erika: Sehr verlebt also? 
Hans: Ja! 
Erika: Sie wohnen? 
Hans: Berchtesgadener 17. 
Erika; . . . . Halt nein . 
Friedrichstraße 6. 
Hans: Aber, wenn der Herr Gemahl wiederkommd? 
: Nehmen Sie ein Auto. 
So rasch — um Gotteswillen! 
: Ehe ich es bereuen kann .... 
Aber, wenn Sie Gewissensbisse bekommen? 
: Kann Ihnen doch gleich sein. 
Aber wenn man mich sieht? 
Ich wohne Joachim- 
r i k a 
[ans: 
r i k a 
[ans: 
Ir i k a 
[ans 
aUS. X X.KJ\JL TT ■wxxi.* 
r i k a: Sie sind mein Friseur, 
ans: Werden Sie auch keinen Scherz mit mir 
treiben? 
r i k a : Mit solchen Dingen treibt man keine Scherze! 
ans: Sie schwören mir, daß ich nicht hineinsegele, 
r i k a.: Was wollen Sie denn noch? 
ans: Mein Leben ist mir zu kostbar, 
r i k a : Was sagen Sie? 
ans: Ich bin eigentlich nichts für Abenteuer, 
r i k a : Aber ich .... morgen sind Sie vergessen. 
Das ist die Poesie des Lebens. 
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