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Full text: Berliner Leben Issue 27.1924

Nr. 2o 
Jafirg. 27 
Und wieder, wie schon hunderte Male, blickte sie vor 
sich hin und grübelte über die Frage, warum sie so un 
glücklich werden mußte. 
„Ich war seine Braut und liebte ihn über alles, aber 
dann verließ er mich. Die Schande . . . . Mutter starb 
an gebrochenem Herzen, Vater, wurde mürrisch und 
ein Menschenfeind Nein, nein, Ellen, du darfst 
ein solches Leben von Schande und Gewissensbissen, 
von Schmerz und Reue nicht kennen lernen “ 
Ellen warf den Kopf abwehrend zurück. 
„Das ist meine Sache, kümmere dich nicht darum.“ 
„Ich beschwöre dich, folge meinem Rate. Glaube 
mir, das sind Stürme die vorübergehen. Man wird ver 
suchen, dich auf andere Gedanken zu bringen, du 
wirst ins Theater gehen 
„Das alles reizt mich nicht. Du wirst höchstens er 
reichen, daß ich eines Tages nicht mehr nach Hause 
komme.“ 
„Ellen, ich bitte dich, überlege es dir, warte noch ein 
paar Tage Du darfst mich nicht verlassen . . . .“ 
„Warum darf ich es nicht? Du hast keine Rechte auf 
mich!“ 
„Eilen, höre zu, was ich dir sage: Ich hatte eine 
Tochter. Dieses Kind hat mich nie gekannt, hat mich 
nie geliebt. Nie habe ich ihr sagen dürfen: Komm her 
zu mir, mein Kind, vertraue dich mir an, verlasse mich 
nicht. Ich will für dich sorgen, ich will für dich arbeiten, 
ich will meine Schuld büßen, dadurch, daß ich versuche, 
dich glücklich zu machen. Komm, laß mich an deinen 
Sorgen, an deinem Kummer teilnehmen, laß mich mit 
dir weinen! “ 
„Arme Fanny!“ weinte Ellen. 
„Versprich mir jetzt bei allem, was ich ge 
litten habe, versprich mir, daß du es dir überlegen 
willst.“ 
Doch trotzig warf Ellen den schönen Kopf zurück: 
„Ich gehe den Weg, den ich gehen muß, ich tue das, was 
das Herz mir vorschreibt. Ich brauche auf dich keine 
Rücksicht nehmen, denn du hast kein Recht auf mich!“ 
Fanny hatte sich erhoben. Leichenblaß war ihr Ge 
sicht, und ihre Augen glänzten wie im Fieber. Feierlich 
wandte sie sich zu dem jungen Mädchen: 
„Das ist nicht wahr, Ellen, denn du bist meine 
Tochter!“ 
« 
DIE SORGEN DER NINON 
E. U LT T Z S C H 
Der Marquis La Chartres liebte Fräulein Ninon de Lcnclos 
und hatte das Glück, seine Neigung erwidert zu sehen. 
Plötzlich erhielt er den Befehl, zur Armee zu gehen, was ihn 
untröstlich machte, da er die Flatterhaftigkeit seiner Freundin 
kannte. Er bat sie daher inständig, sie möge ihn zur Beruhi 
gung schriftlich unverletzliche Treue geloben. Ninon, obgleich 
wenig erfreut von solchen Sentimentalitäten, mochte gegen 
diese übertriebene Forderung nicht viel einwenden, sondern 
schrieb die Versicherung. Der Marquis küßte die Handschrift 
tausendmal und begab sich mit der Überzeugung, daß sie ihm 
die Treue bewahren würde, zur Armee. 
Zwei Tage darauf befand sich Ninon in den Armen eines 
anderen Liebhabers, eben in den Stürmen der ersten feurigen 
Küsse dachte sie an ihre Unterschrift und rief etliche Male 
aus: „Ach, das arme Billet, das La Chartres hat!“ 
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