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Full text: Berliner Leben Issue 26.1923

ja6rg. 26

Nr. l0

dtm Mäd<.ben, das verspram, an seinen Hof zu kommen, um . bier als
Kurtisane an seiner Seite glüddim zu leben: " Lebt wobl, Frau
Herzogin !"
Der Pseudo.Herzog ließ slm nam Hause rudern. Isabetta gab ihm
einen Ruderknemt mit; am Dogenpalast stieg er aus.

hatte, abgeführt. Umsonst smwor er Herzog zu sein.. . man
glaubte ihmnimt.
Ganz Venedig spram von qiesem nämtlimcn Abenteuer. Der
Herzog strengte einen Prozeß an gegen Kupplerin und Dirne. Im
Jahre 1550 mußten beide mit .der Smandmitra an der Säule zur
Belustigung des Volkes stehen und der Rat der Zehn verbannte sie
Als der rimtige Herzog kam, vermutete Isabetta einen Smerz. Sie
aus Venedig. Der linvorsimtige Francisco aber, der diesen Abend
mamte gute Miene zum bösen Spiel und die KIOOe tat desgleimen. ·
in einige Gesänge verwandelte und dieseWeisen populär mamte, mußte
Rasm aber holte sie eine Patrouille und ließ den "Betruger" fest- sim für diese Freveltat verantworten. Der Rat lamte zwar, aber da
nehmen. . . in dem Augenblick, als er da stand wie weiland ein
die diplomatisdlen Beziehungen Venedigs zum Herzog. erbalten bleiben
Die herzoglimen Kleider aber sollten, mußte er als Buße eine Greisin von siebenzig Jabren heiraten.
anderer Mann im Paradies.
warf sie in den Kanal und nur mit wenigem angetan, wurde
. . . In der HodIzeitsnamt aber lief der junge Ehemann auf und
er, namdem er zum UplJerfIusse nom 25 Stocksdillige erhalten
davon .. .
---:;::::::::::::::::::;::::III::::::::::::::::::::::::::=--~

HumoristiSCher Roman
Herr Ober rtilbeli überlegen,
die Dielenmaid .mixt· sehr geslbilRt/
Herr GfÜchsmann 6finzeli ihr verwegen
Ins Auge und die Juno/rau nilRl.

.Um ZWeI: Herzfieb/" Sie raunt geslbmeilbeli:
.Slbweig stl1f/ Mein 'Fritz sitzt an dl'r Tür••
Der 'Fritz grat!' eine Andre streilbeli/
'Frrlz jTü$tert.: Slbatz, .~e/.lt' Nalbt um vier·

Herr GfülRsmann 6arrt umsonst bis selbse,
und Q'ulb Herr 'Fritz Sll'ht da bis albt.
Hl'rr Ober mit der Didcnhexl'
im Arme haI silb tOlgefalbf.
Erwin MilnSfU

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