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Full text: Berliner Leben Issue 26.1923

Nr. f

JOE
LOE
' ).z.~

JOACHIM5THALERSTR.6 WILMERSDORFERJTR. 57 LEIPZ.JGER~TR.91 HOF TURMSTR .58
BELLE-ALLIANCESTR.104 AND~EAHTR.58·59 KÖNIGSBE~GER.STR.8 FRANKFURTER ALLEE 98
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·auche. Dazu bin ich alt ge.
orden ein Granatsplitter hat
lein Gcsicht entstellt ~ mit
:nem Wort, ich bin fertig."

"Das ist ja der helle Wa~n­
-inn lieber Stein! Muß Ich
ir \~irklich erst sagen, wie sehr
'1' alle in dir den im besten
nne geistvollen Mann . s<:hätcn? Wie du als solcher uberl
einen klingenden Namen
st wie deine Unterhaltung
les' andere aufwiegt, was wir
'(:lleicht dank unseres ßröß~11 Vermögens bieten kon.nen?
h will hicht indiskret sem ~
bel' ich kenne die Ar t Fraue~,
ie du brauchst, und wenn SI';!
~ich auch natürlich alle im ge.
heimen übel' eine gewisse
Schranke bürgerlicher Moral
hinweggesetzt haben, so stehen
sie doch, vielleicht auch gerade
deshalb - auf einem derartige n
geistigen Niveau, daß sie geradc diese deine schönsten Vorzüge vollauf zu
würdigen
wissen!"
. _ .,j)u hast ganz recht, lieber
Glimmern, und wenn ich schon
am letzten Tage meines Lebcns
einmal eitel sein darf - ich
selbst bin mir dieses - Vorzuges, um deinen Ausdruck zu
gebrauchen, bew ll ßt. Aber sich
_ ich habe oft ubcr mich und
mein Leben nachgcdacht; be.~onders draußen im Feld - du
'Weißt, da hat man so manchmal Muße und Anlaß .zu solb hen Gedanken. .Nun ~ut was andere an mIr schatzten,
Stilgefühl, Geschmack usw. in
allen Dingen, das war doch
letzten Endes nur in einem ge~issen gesteigerten Grade jene

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ALMANACH-VERLA G BERLIN
SW 6/. BELLE·ALLlANCE·PLA TZ 8

Eigcnschaft, die mehr oder wcniger in jedem gehildeten Menschen steckt, nämlich
der
Wunsch nach Ausgeglichenheit.
Ebenmaß, Saubcrkcit und Eleganz, von der Kleidung übertragen auf den äußeren oder
genauer nach außen wirkenden
Menschen. Was mich hingegen
tat säe h I ich vor einigen anderen auszeichnete, war ebcn der
von dir bezeichncte Vorzug
einer gewisscn Begabung, Gedankcn zu habcn und sie for mulieren zu können. Das abcr,
das einzigc, ..vas ieh ausschließlich mit meinem inneren Selbst
identifizieren
könnte
und
möchte - das kann und mag
ich nicht als Münzwert betrachten. Versetze dich selbst
in mcine Lagc! Ich verehre
eine Frau - eine schöne Frau
natürlich! - ich bewerbe mich
um sie, will sie besitzen was kann ich ih I' bieten? V crsteh mich recht bei diesem delikatcn Punkt!
Diesc Art
Frauen verlangt keine Bezahlung - um Gotteswillen! aber - sie li c b t mich doch
schließlich auch nicht! Wa~
sie will, das sind amüsante
Tage mit unterhaltenden Reisen, angenehmen Gesprächen
und Anregungen und ferner
elegante Abende mit guten
Theatern, exquisiten Soupcrs
- ihre Gegenleistung ist dann
die lustvolle Nacht. während
der sie uns auf weichen Decken
ihren schönen Leih hingibt. Ich
aber - ich habe nichts mehr
und. wenn mich die Frau
dcnnoch erhört, so tut sie dies
nur. weil ich einen gewissen
Ruf habe, der es pikant er-
        
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