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Full text: Berliner Leben Issue 26.1923

Nr.9

Jaliru.26

An der steinernen Bank am Teich. wo die hängenden :lweige
Freunde war es, der ihren jun ge n Körper an sich p',.cßte. keine
der Bäume das stille Wasser berühren. fand .cr Agathe.
bekannten Augen waren es. an denen ihr Blick in seltsamer
Sie war stiller a ls sonst. Schwer hingen die Lider über den
Frage und Bewunderung hing. Gert wo llte rukn. ihr ein
glänzenden Augen. - "Mir ist so eng", sagte sie und blickte
Z eichen ge ben. aber seine G lieder waren wie gelä hmt. Jetzt
starr auf das \Vasser. - "Der Park macht mich müde . .. ."
tanzte sie vorüber, im leichten. wiegenden Rh);'thmus. sicher
Heißes Erschrecke n durchflog den Freund.
Er nahm
von dem Arm des Fremden geführt, die Uppe n halb geöffnet.
die Hände dc~ Mädchens.
"Du hast Sehnsucht, Agathe.
Als d ie Musik abbrach. drängte er sich durch die Paare.
Wonach, weißt du vielleicht
aber er fand Agathe nicht.
selbst noch nicht."
Oben auf der Galerie suchte
"Glaubst du?" fragte sie.
er sich einen Platz. und wieder
"Es kann sein. Ich weiß nicht,
silh er das Mädchen am Arm
In 60 Meisterbildern auf Kunstdruck u. volleodeter
was es ist."
desselb en Fremden tanzen, und
Buchauoatattung. Prei. Mk. 2500.- Nachnahme
"Mädchen, ich habe Angst.
Buchversand Eisner, Stuttgart, Schloßstr. 57 B.
nun erkannte er auch den Ausdaß wir dich bald verlieren
druck ihrer Augen, die un verwerden."
wandt an dem harten Gesicht
Sie schüttelte den Kopf.
"Warum'?
Es müßte etwas
des Tänzers hingen: Sehnsucht. Plötzlich war es ihm, als
, ganz Großes sein, das mich von hier fortreißt. etwas ganz
hürten die anderen Paare aUe auf zu, tanzen. und nur das eine
Großes . . . . "
tanzte weiter. zu einer harmonischen Figur verei nt. immer im
Gert war beklommen zumute, aber leise sprach er d as aus.
gleichen. langsamen Takt . . end los . . .

Schöne Frauen!

Friedrichstr.80

an cUT B~hTenst,aße

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Vornt'hms {er

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Tanz

~Kabar.t

Friedrichstr.80
an der Behrenslraße

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DGs große

Kabaret-Programm

was er dachte: "Die Liebe, Agathe." - Sie hatte den Kopf
zurückgelehnt und schaute in die voriiberziehenden \Volken.
Gert blickte , sie lange an, hing mit banger Furcht an dem
A usdruck ihrer A ugen . . . dann stand er auf und ging leise
davon. Ihm war so seltsam weh geworden vor diesen Auge n,
die an den Wo lken hingen.
. Angst ~ischtc sich seit jenem Tage in seine Liebe. Er
kam seltener zu den glücklichen Plauderstunden in den
Park, mied die Freunde und nur abends. wenn alles still geworden war, schlich er leise im Schatten der Bäume vorbei
und schaute auf die Fenster. hinter denen bisweilen noch
Licht war. Dann zerwühlte er
sich mit der Frage. wohin das
Mädchen jetzt seine Gedanken
schicke , - bis ihn der J'.
    
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