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Full text: Berliner Leben Issue 26.1923

Jahrg.26

Nr.6

Immerblume

Von Frauen, den Engeln und den Männern, den Bengeln

Wenn in deinem trauten Raume
mich holder Frühling überrascht,
dann hab ich lange schon genascht
von einem Frühling wie im Traume.

Es ist für den Mann keine Kunst, tugendhaft zu sein, wenn
er kein Geld in der Tasche hat, ebensoweniR für ein Mädchen,
tugendhaft zu bleiben, wenn sie häßlich ist. -

Und wenn die ersten Primeln nicken
und liebe Sonne wärmend grüßt,
dann hast du schon mein Sein gesüßt
mit Stunden, die viel mehr entzücken.
Du
die
die
das

Die Männer gehören erst dann zum starken Geschlechte, wenn
sie es vermeiden, den Frauen ihre Schwächen zu zeigen.
Es gibt nichts Undankbareres, als die Treue einer Frau zu bewachen, denn entweder man wacht umsonst und es ereignet sich
nichts, oder wenn sich etwas ereignet, ist es auch wertlos gewesen,
gewacht zu haben. -

bist der Jahreszeiten Ganzes,
Immerblume, die mir blüht,
selbst im Winter lockend glüht,
Bild der Liebe und des Glanzes.

•

Paul Bornhard

Man muß sich eben an alles gewöhnen, an einen engen Schuh, an sein Mißgeschick und an ein widerspenstiges Weib ; angeblich
soll das Letztere das Allerschwerste sein. -

Haß
Ich wollte [rma Maria einmal einen Kuß geben.
ich in ein Wespennest gepickt.

•
Aber da hatte

Die Tugend Liegt nicht im keuschen Versagen, keuschen Gewähren. -

sondern im

•

"/eIt hasse die Männer!" sagte sie mir. "Sie sind alle dieselben
und wollen alle dasselbe!"
Das war vor 5 Jahren, als sie 18 Lenze zählte. Heute war ich
wieder in dem kleinen Kleinstädtchen, wo sie mir damals in ihres
Vaters Weinstube Rebenblut kredenzte. Ich fragte einen Bekannten
nach ihr; ob sie immer noch die Männer hasse.
,,0 ja", antwortete er, "leidenschaftlich I Sie hat es sich zur
Aufgabe gemacht, möglichst viele von dem verfluchten Geschlecht
an Leib und Seele zu scltwächen. Sie sollten Sie einmal
hassen sehen, - in Köln - in der Titiburl"

Die Liebe macht die Mädchen schwach, die Männer stark.
der Ehe ist es dann umgekehrt. -

In

•
Die Literatur berichtet uns Vieles über die unverstandene Frau,
aber über den Unverstand der Männer, solche Frauen zu heiraten,
da schweigt die Geschichte.-

•

Das Weib ist nicht nur der Anfang allen Übels, sondern auch
das Ende aller Seligkeiten . -

•

Es ist doch merkwürdig, daß man Frauengunst immer erst
dann schätzen lernt, wenn man sie anderen sich zuwenden sieht. -

Ohlisclalaoger

Udo Radonim

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Spazicl'flang -

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