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Full text: Berliner Leben Issue 26.1923

JabTII.26

Nr.5

Von

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Die Bursmen träumen von Lorbeer
und Ruhm
und fie6esliundigen ~rauen.
Die Knospen und Triebe, die
bf/nd und stumm
Bisfang, befeben die Auen.

t7'\ie Mädchen nehmen ihr
L../ Herz in d/e Hand
und fassen es feuchten, gfühen.
Auf Urfaub sind Tugend, Vernunft und Verstand,
und tausend 7eufofmen sprühen.

Die Jungen bauen Luftschfösser im All
erlifettern die Himmefsfeiter.
Die Alten fächern : es war einmaf/
U nd denIim wdter . . . weiter . . .

---====::,"=='--Früchte vom Baume der Erkenntnis
Frauen, welche viel geliebt, haben über dasselbe Thema oft
verschiedene Ansichten.

•

Die Frau gibt dir stets nur den zweiten Kuß, den ersten mußt
du ihr rauben I

•

Die Frau verläßt sich nie auf den aktiven Liebhaber, sie hat
oft eine ganze Leg ion in Res e ,. v e.

•
Man muß es verstehen, auch in einem Frauenauge die sdzri/t zu lesen.

Nach·

•

Manche Ehemänner glauben,

-

es möchte noch köstlicher sem

Und dann kam das Beste v om ganzen Abend,
es war wie ein Braten so köstlich erlabend;
die Gäste, die gingen mit wWiedersehen"
und ließen die Reste der Mahlzeiten stehen.
Und dann kam die Anna, die war v om Lande,
die steckte den Finger hinein, welche Schande,
und schmatzte und leckte und blieb ganz allein
und wünschte, es möchte noch köstlicher sein .
Dann kam's - aus der kammer, der eh'bettgeschmückten ,
so wonnig in Lauten, die Anna entzückten; sie schmatzte und klagte und stöhnte in Pein :
"Ach, könnt ' ich doch einmal verheiratet sein- !
Paul Bemhard

der Storch b,inge die Kinder.

Die Liebe ist der Frau ein Heiligtum oder auch ein Spielzeug.

Wohlan!

•
Am besten redznet, wer mit den Schwächen de~ Frauen rechnet .

blutrote Ampeln gieren auf und Satyr lacht,
an jeur'gen Bechern muß auch Amor nippen.

•
Eine Frau vergißt leichter einen Mann, den sie Jahre hindurch
geliebt, als einen, den sie nur eine Stunde gehaßt hat.

•
Der Widerstand der Frau lebt -

in der Einbildung der Dumm-

köpfe.
Streitet nicht so viel über Frauenrechte, Es ist das Recht der
Jo ../ FUgl
Frau, dem Manne alle Rechte zu gewähren.

10

Im bacchanalisch, wilden Reigen tanzt die Nacht,
es stürzen Küsse sidl auf Purpurlippen,

Es brennt die Lust am Leben lidzterloh, die Glut
der tiden Leidenschaft fJeweihter Herzen;
die Sinne gaukeln, hemmungslos erwächst der Mut,
die Ampeln löschen hin mil letzten Kerzen .
Altröm' sche, tolle Nächte feiern ihren Tag
im Bacchanal m it neuern, jungem Leben die alte Sonne küßt friih tru"kne Seelen wadi,
Vergang 'ner Zeiten Morgenr;ru8 zu geben.
Pa,,1

Bernhartf
        
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