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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Im Terra-Theater fand vor geladenem Publikum die 
Uraufführung des neuesten Star-Films der Unitas-Film Ges. 
»Lord Bluff« statt. Obgleich in dem Film einige Regie 
fehler zu bemerken sind, werden die Szenen so liebens 
würdig herunterge 
spielt, daß man die 
technischen Fehler 
gar nicht bemerkt. 
Lord Bluff ist Gentle 
man - Einbrecher. 
Selbst reich und un 
abhängig, reizt ihn 
nichts so sehr, als das 
Gefühl, den Gesehen 
zu trogen und sich 
von ihren Hütern 
jagen zu lassen. Bei 
einem Anschlag auf 
die Landesbank ge 
winnt er Millionen 
und gleichzeitig das 
Herz der Tochter 
seines erbittertsten 
Gegners, des Polizei 
chefs. Obwohl die 
ser nicht nur seine 
ganze Beamtenschaft, 
sondern auch einen 
berühmten Meister 
detektiv auf seine 
Spur gehest hat, wagt 
Bluff sich dem Töch 
terlein immer wieder 
zu nähern und ihre Gunst zu erwerben. Durch das ganze 
Land geht die Jagd auf Lord Bluff, bis schließlich alle An 
zeichen dafür sprechen, daß er sich in der Hauptstadt 
aufhalte. Der Polizeipräsident veranstaltet ein großes 
Maskenfest in der Annahme, daß Lord Bluff und seine 
Helfershelfer sich dort einfinden werden. Er selbst legt 
die Maske des gesuchten Lords an, und ein Verehrer seines 
Töchterleins glaubt 
des Verbrechers am 
besten dadurch hab 
haft zu werden, daß 
er sich in der Maske 
des Meisterdetektivs 
zeigt. So kommt es zu 
den lustigsten Ver 
wechslungen, bei de 
nen immer einer den 
anderen, natürlich den 
falschen, verhaftet. 
Nur l.ord Bluff ent 
wischt stets, läßt sich 
aber dann von der 
Geliebten nicht nur 
an denTraualtar, son 
dern auch in die 
Schranken des Ge 
sekes zurückführen. 
Julius Scortos, als 
Titelheld, erinnert in 
seinem entzückenden 
Humor vielfach an 
Harry Liedtke. Seine 
Partnerin, 11a Lotli, 
die die Rolle eines 
jungen Mädchens 
spielt, die durch plöt$- 
licJi erweckte Hebe aus ihren Backfischträumen gerissen 
wird, ist von außerordentlicher Schönheit und dürfte auch 
in Amerika Anklang finden. 
Jufius Scortos afs „Lord Bfuff". 
G e da n kenabfäl le 
Eh’ ich die Frauen kannte, war mein l.ieben stumm. Nach unserer heutigen Moral sind Jungfernschaft und 
le^t sing’ ich ihnen lobberauschte Verse, nur um die Scham Dirnentum von gleicher - Komik, 
zu bergen, die mein Herz verbrennt, seit ich so albern war, 
die Frau zu lieben. Der Mann vollbringt stets nur das, was er als Jüngling 
bereits träumte. 
Je lyrischer eine Frau ver 
anlagt ist, desto dramatischer 
entwickeln sich ihre Erlebnisse. 
Warum hat man den Tod 
nocJi nie als Weib dargestellt? 
Es liegt doch so nah! 
l lart ist die Fremde; härter 
die Heimat, die zur Fremde 
wurde. Erwin Sedding. 
Das Temperament findet 
die Bildung, aber die Bildung 
scJimälert das Temperament. 
Hysterische junge Damen 
gehören ins Sanatorium. Für 
Minderbemittelte tut eine Hei 
rat dieselben Dienste. 
Herzlosigkeit, Selbstsucht u. 
Ungerechtigkeit sindDrillinge. 
net Sdiwädie. Neurasthenie - 
beiderlei Geschlechts 
Dr. nofiDülier'S ges. gesch. 
Yohimbin-Lecithin-Präparate 
Reinstes Yohimbin und dem Hühnerei entzogenen Nervstoff oder 
Lecithin enthaltend, daher eine vollwerl. Ergänzung des 
im Körper »er braucht. Nervenstolf es. Ausfuhr!. Literat, grat. 
Elefanten-RpothEkB, Berlin, LEipzigErSlr.74(Dönhoffpl.)
        
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