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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Ein jähes Aufheulen und Wimmern drang schauerlich 
durch die Nacht. 
»Nun ist etwas passiert. Ach, Archibald, warum bist 
du nur so aufgeregt?« 
»Hier, — das ist dein Nebenbuhler, der süße, kleine 
Fritzei!« 
»Du Othello!« 
Das reizende, weiße Zwergspitzchen hob schnuppernd 
»Aufgeregt? Ach so! Ich soll kalt bleiben, wenn 
meine Frau einem andern süße Worte ins Ohr flüstert! 
Düpieren soll ich mich lassen! Meine Kugel wird ihn 
nicht verfehlen — den süßen Fritzei! — Ins Bett bist du 
mit ihm gegangen — in den 
Arm hast du ihn genommen — 
leugne es nicht!« 
Nun war Ruth im Bilde! 
Sie bog sich vor lachen! 
»Auslachen willst du mich, 
nachdem du mich betrogen 
hast, das wird dir teuer zu 
stehen kommen!« 
Statt aller Antwort zog Ruth 
ein kleines, weiches Bällchen 
aus dem Bett, und hielt es 
ihrem Mann vor die Nase! 
das Näschen hoch und knurrte, unzufrieden ob der 
Störung seiner Nachtruhe. 
»Das ist der Fritzei? Und ich Esel glaubte — ver= 
zeih mir, Liebling.« Fritzei wurde auf die Erde befördert, 
und das Ehepaar hielt sich 
innig umschlungen. — — — 
Am anderen Tage hinkte 
die alte Madame Zobelkoff 
verdächtig durchs Haus. Das 
verirrte Geschoß hatte sie an 
einem Weichteil verletzt, der 
keine Bandage duldete. 
Als Archibald dies sah, 
wußte er sofort, wem er das 
Telegramm zu verdanken hatte. 
Tja! Wer andern eine 
Grube gräbt — — — 
Leer .... Damcferatei . . . . 
Als du mich suchtest Jahr für Jahr, 
und ich noch nicht dein eigen war, 
trugst Früchte du . . . 
und warfst sie wie im Paradies, 
so leuchtend rot und lodcend süß, 
mir zu. ... 
Und heut, wo deine Wünsche still, 
und ich die Früchte nehmen will 
nach herber Wehr, 
schreit' ich durch reifes Gartenland 
allein . . . und meine offene Hand 
bleibt leer. . . . Isofde Leyden. 
Als unsre Liebe aufgeblüht 
rosenrot ... 
summte dein Mund ein Lied 
flammenumloht, 
jeder Fessel frei: 
»Dam ... de ... ra ... tei ... 
dam . . . dera ... tei . . . « 
. . . Bin ich verzaubert, sag', 
geh' an dem grauen Tag 
achtlos vorbei, 
überall singts und klingts, 
leuchtet und lacht es rings: 
»Dam . . . dera ... tei ... « E. Stramm. 
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