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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Sportweste aus großßariertem 
Wedflauscßstoffmit Seidenärmeln. 
Weste und Aermef mit TfanelT- 
zwisden/utter. 
während der Kriegsjahre 
eine Art Uniform geschah 
fen, deren wesentlichster 
Bestandteil Wolle ist. 
Kurze Sporthosen mit 
Wickelgamaschen, im Knie 
nicht zu eng anliegend, 
feste, doppelsohlige, was» 
serdichte, dunkelbraune 
Boxkalfstiefel mit doppeU 
tem Schutzblatt und ein am 
Hals und an den Hand» 
gelenken fest schließender 
Sweater sind wohl die 
Haupterfordernisse des 
Wintersportdreß. Der 
Sweater kann natürlich 
durch beliebige, vorn offene 
Wolljacken oder Jumpers 
ersetzt werden. Die Hose 
kann aus beliebigem Stoff 
gearbeitet sein, nur müssen 
alle Kleidungsstücke der 
vollkommenen Bewegungs= 
freiheit Rechnung tragen, 
die der Wintersport nun 
einmal erfordert und außer» 
dem vollkommen warm» 
2Vs bis 3 cm er» 
füllen noch immer 
ihren Zweck. Rein 
wollene oder mit 
Leder kombinierte 
Wollhandschuhe 
mit großen, mög» 
liehst weit herauf 
reichenden Stul 
pen sind am zweck 
mäßigsten. , 
DerWintersport 
bietet den färben» 
freudigen Herren 
die einzige Mög» 
lichkeit, sich in die» 
ser Beziehung ein 
wenig auszuleben. 
In keiner Situation 
darf die dunkle, 
korrekte Silhou 
ette des Herrn 
durch irgendeine 
lebhafte Farbe ge 
stört werden. Der 
Wintersport je 
doch, der den 
Menschen alsklei- 
Rodefgarnitur aus KamefhaarwolTe 
durdweg gestreift. 
halten. Mäntel sind für den 
Wintersport ungeeignet. Wem 
die Wolljacke nicht warm genug 
ist, der ziehe unter derselben 
eine zweite Strickjacke oder eine 
pelzgefütterte Lederweste an. 
Dagegen sind Schals in jeder 
Breite, Länge und Webart für 
den Wintersport unentbehrlich. 
Kurze, bis etwas über das Knie 
reichende Pelze aus Homespun 
oderirgendwelchen bunten Stoffen 
sind beim Fortgang vom Sport 
platz oder frühmorgens im 
Schlitten sehr zu empfehlen. 
Hüte kommen mehr und mehr 
ab, und Mützen sind zu jeder 
Art von Wintersport vollkommen 
unmodern geworden. Die ameri 
kanische Manier, den Gürtel 
oberhalb des Sweaters zu tragen, 
bürgert sich auch bei uns immer 
mehr ein. Man zieht ihn in 
der Taille scharf an, um die 
Figur zu markieren, achte jedoch 
darauf, daß er nicht zu breit ist, 
Norwegischer Sfiianzug. 
nen, winzigen Fleck auf eine 
immenseSchneefläche setzt, bildet 
die größte Ausnahme hiervon, 
denn auf dem reinen Schnee sieht 
eine zitronengelbe, siegellackrote 
oder azurblaue Wolljacke viel 
aparter aus, als schwarze oder 
graue Farbnuancen. Auch die 
weiße Farbe steht, da siegegen die 
Weiße des Schnees schmuddlig 
wirkt, nicht in Gunst. Zum Ski 
läufen kommt mehr und mehr der 
sogenannte norwegische Skianzug 
auf. Derselbe besteht aus einer 
uniformmäßig geschnittenen Jacke 
aus blauem Tuch. 
Die Farbenfreudigkeit des 
Herrn darf sich nur auf die 
Wollsachen erstrecken und nicht 
auf den eigentlichen Winter 
sportanzug. Die bunten Farben 
haben insofern einen gewissen 
Vorzug, als sie das Heraus 
finden bekannter Personen aus 
dem Strudel eines Wintersport 
platzes erleichtern.
        
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