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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

Nr. 15 
JaArg. 25 
21 
u<:iHorpiilenz,Fefllcil>igkeit, 
sind Dr- Hollbauer'S ges. gesch. 
Enftf ettungs -Tabletten 
ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel Ohne 
Einhaltung einer Diät. Keine Schilddrüse. KeinAbftlhrmlltel. 
Broschlire gegen 1.— M. Porto. 
Elifanfeii-Apolheke, Berlin, bBipzigBrSfr.74(DBnhotfpl.) 
Kafpar Haufer 
Der hochgeborene Ritter 
von Miesburg hatte seine 
Jugend im gottlosen Voltai 
reschen Paris und im ge 
lehrigen Berlin des großen 
Friedrich so über Gebühr 
ausgedehnt, daß sein kahlge 
wordener Schädel eines Mor 
gens perückenlos im Spiegel 
gegen die Erkenntnis stieß, 
hinter der nur noch der Ab 
stieg zum kindlichen Greise 
Hegt. Darob waren der Herr 
von Miesburg gar gewaltig 
erzürnt und beschlossen au» 
genblicks, dem ganzen mör 
derischen Geschlecht der Cir 
cen — deutscher und galli 
scher Nationalität — den 
ritterlichen Fehdehandschuh 
vor die Füße zu werfen. 
Seither verwandte er keinen 
Blick mehr auf ein weiblich 
geschaffenes Wesen, ohne 
alle Verachtung und den 
ganzen Abscheu des abge 
klärten Weisen hineinzu 
legen. Zugleich tat er Buße 
und nahm einen sittlich un 
verdächtigen Priester in sein 
Haus, der seinen sechsjähri 
gen Knaben, Eustachius, 
Kitter von Miesburg,in Got 
tesgelahrtheit und Keusch 
heit unterweisen sollte. 
Als nun die Matrone 
Elisabeth, die des jungen 
Grafen Amme war, einmal 
ihr Brustkind in mütterlicher 
Zärtlichkeit auf dem Schoß 
wiegte und der Ritter von 
Miesburg unversehensZeuge 
dieses Vorganges wurde, 
erbleichte er und färbte sich 
unmittelbar danach violett. 
Sofort ließ er die Kalesche 
Vorfahren und entsandte den 
priesterlidien Hofmeister mit 
Eustachius auf ein im tiefen 
orfrisc/if mit acht ß , 
Polnisch IVasser ( 
(pccpenüben dem £>log'UL&p/o/j 
iSf/atia f/a ’U/icu-' 
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Erhältlich in affen einschlägigen Geschäften, wo nicht vorhanden, 
weisen Bezugsquellen nach. Wir liefern prompt zu festen Preisen. 
urtef efer Teufel 
Walde gelegenes Landhaus, 
dahin niemals der Fuß eines 
Menschen oder gar eines 
Weibes vordrang. Hier 
sollte der Knabe in Religion 
und frommer Wissenschaft 
aufwachsen und dieWelterst 
schauen, wenn auch der ge 
ringste Keim der erb-üblen 
Lasterhaftigkeit abgetötet 
wäre. 
Eustachius hörte fürder 
hin niemals das Wort Weib 
oder Mädchen nennen und 
vergaß das Vorhandensein 
berockter Wesen mit den 
Jahren vollständig. Ein an 
derer Kaspar Hauser, sah er 
die Mauern das Landhauses 
für den Erdkreis an. Die 
vordem geschaute Welt ver 
sank ihm, und er wähnte 
wohl nicht anders, als daß 
der hin und wieder zu Be 
such kommende Vater über 
die himmlische Leiter Jakobs 
herniederstiege. 
Eustachius blieb jedoch 
auch bei dem klösterlichen 
Leben im Waldhaus keines 
wegs sechs Jahre alt. Viel 
mehr trat er nach einem Jahr 
zehnt in unausweichlicher 
Erfüllung seines Schicksals 
in das sechszehnte Lebens 
jahr ein. 
Es war Lenz. Und Eu 
stachius entdeckte, daß dieser 
Lenz von besonderer Art 
war. In der Tat — so 
hatte noch kein Frühling in 
der Einsamkeit ausgesehen. 
Der Hofmeister bemühte sich 
vergeblich, die Gedanken 
seines Zöglings aufdenAus- 
zug zu sammeln, den er mit 
strengem, sittlichen Maßstab 
von dem Bibelbuch angefer 
tigt hatte. Merkte Herr Eu- 
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