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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Oberst Warner zündete seine lange Pfeife an und Niemand hatte die Detonation des Schusses gehört, 
benützte das Briefchen als Fidibus. So saß er ohne Als man am Morgen des ersten April vergeblich 
Schlaf die ganze Nacht und dann den ganzen Tag. klingelte und endlich die Tür erbrach, um den unglaub- 
Nur wenn er in Margots 
Zimmer hinüberging, 
stellte er die Pfeife fort, 
denn Margot mochte in 
ihrem Raum keinen 
Tabak. 
Unten im Torwege 
stand händeringend Herr 
Schurich. Sein Schwie 
gersohn kam und lachte 
ihn aus. 
„Ach, Theodor!“ rief 
Lottes Vater kläglich. 
„Mir ist nicht heiter zu 
Mut! Der alte Satan 
geht tatsächlich nicht 
raus, und morgen früh 
um acht kommt die Po 
lizei und macht Schluß!“ 
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liehen Starrkopf kirre 
zu machen, fand man 
ihn in seinem Blute lie 
gend. Die Pistole hielt 
er noch im Tode krampf 
haft umspannt. 
«Den Anblick vergesse 
ich in meinem Leben 
nicht“, behauptete Herr 
Schurich. 
Lotte aber wohnte bald 
als Theodor Fröschels 
Frau in Oberst Warners 
Räumen. Sie hatte es 
nicht verhindern können, 
daß ihr Mann das Bie 
dermeierzimmer gleich 
gültigen Erben abkaufte. 
„Na, sei doch froh! Sie werden ihm„schon Beine Soweit wurde es nun ganz behaglich, und die Zeit 
machen bis in die Krausenstraße!“ Liesegang warf verwischte, wie immer, traurige Eindrücke. Doch 
Theodor Fröschel einen bösen Blick zu. — niemand wußte, welche Entdeckungen die arme, junge 
Abends um zehn Uhr verzehrte Oberst Warner den Frau noch nach Jahresfrist in ihrer Wohnung machte. 
Zipfel seiner Dauer 
wurst und trank den 
kalten Tee aus. Dann 
zog er sich ächzend 
seine feldgraue Uni 
form an, die nur das 
Eiserne Erster trug. 
Sein Kopf rötete sich 
in der ungewohnten 
Enge, aber er hatte 
Haltung und set?te 
sich aufrecht der 
alten Standuhr, die 
Margots Zimmer 
schmückte, gegen 
über. Die Pistole in 
der Hand, wartete er, 
bis es zwölf Uhr 
schlug. — 
Es war eine aus 
gezeichnete Waffe. 
Anfangs unter den 
Teppichen, dann in 
den Polstern der 
Stühle,, zule^t in den 
Ofen Verzierungen und 
im Geheimfach des 
Biedermeier-Schreib 
tisches fand Lotte 
Zettel, die von zit 
ternder Hand die 
Worte trugen: Meinen 
Fluch diesem Hause! 
Auch wenn sie am 
Fenster stand oder 
des Nachts schlaflos 
im Belt lag, neben 
ihrem schnarchen 
den Gatten, hörte sie 
es in ihren Ohren 
dröhnen: Meinen 
Fluch diesem Hause! 
Gedanken- 
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Sp(itter ’ 
Wieviel Lebens 
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