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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

ZI 
£>/e 'Freundin m&ine,s 7r&undcs 
eulich habe ich Euch ein 
mal die Geschichte von 
demFreunde meinerFreundin 
erzählt, heute sollt Ihr einmal 
ein Gegenstück dazu zu hören 
bekommen, ich will von der 
Freundin meines Freundes 
sprechen. Nun bekommt Ihr 
einen tüchtigen Schreck und 
denkt, wenn Ihr die Über 
schrift gelesen habt, an ein 
dreieckiges Verhältnis oder so 
etwas Ähnliches. Aber da seid 
Ihr auf dem Holzweg, liebe 
Leser, und eigentlich müßtet 
Ihr auch schon wissen, daß ich 
eine hoch — hoch moralische 
Person bin. Denn mein Freund 
ist nämlich eigentlich garnicht 
mein Freund, was aber nicht 
heißen soll, daß ich trotzdem 
nicht seine Freundin bin. Wer 
kann mir denn verbieten, je 
mandem freundlich gesinnt zu 
sein und mich seine Freundin 
zu nennen? Und wenn er das 
auch wirklich täte, Verbote 
sind bekanntlich dazu da, 
übertreten zu werden. 
Mein Freund arbeitet in der 
gleichen Filmgesellschaft, in 
der auch ich und die Freundin, 
von der ich neulich sprach,be 
schäftigt sind. Er ist ein stiller, 
ernster und überaus fleißiger 
Mensch, der während seiner 
Arbeit nicht nach rechts und 
nicht nach links schaut. Er ist 
nicht dumm dabei und näht 
gewissenhaft jedweden Tag 
seine gewohnte Naht herunter. 
Im Übrigen ist er ein freund- 
licherund hilfsbereiterKollege, also alles in allem, einMensch, 
für den man wohl, auch wenn sie nicht besonders erwidert 
wird, Freundschaft empfinden 
muß. Schade, daß er, der wohl 
ein ganz guter Verdiener ist, 
gewöhnlich soblankgeschabte 
Anzüge trägt. Aber daran ist 
seine Freundin schuld. Diese 
Freundin, die des abgearbei 
teten Mannes einzige Freude 
ist, ihm höchste Erdenlust be 
deutet, ist ein süßes Mädel. 
Richtiger wäre es wohl, wenn 
ich »Süßes Mädel« mit großem 
»S« am Anfang schriebe. Und 
nun weißt Du, lieber Leser, 
der Du ein waschechter Ber 
liner bist, auch gleich, weß 
Geistes Kind meines Freundes 
Freundin ist. Sollte aber der 
Zufall ergeben, daß irgend je 
mand aus der Provinz diese 
kleine Geschichte in die Hän 
de bekommt, so möchte ich 
für den lieber doch den Be 
griff »Süßes Mädel« definieren. 
Man denke sich also ein 
niedliches, goldblondes Ge- 
schöpfchen, sehr schlank und 
zierlich, sehr kleiner Fuß, gut 
gepflegte Händchen. Dazu 
kommt ein gemmenfein ge 
schnittenes Köpfchen, tief 
blaue Augen. Wenn das„Süße 
Mädel“ ganz besonders süß ist, 
dürfen diese Augen auch nuß 
braun sein; das ist sehr kleid 
sam zu goldblondem Hei 
ligenschein - und rings um das 
Köpfchen, in die Stirn hinein 
und vor den rosigen Ohren 
eine Fülle krausgebrannter, 
kokett wippender Löckchen. 
Da wird man gleich auf den 
ersten Blick rufen: „Gott, ist das ein süßes Mädel! Man 
che werden das allerdings nur auf den ersten Blick hin tun und 
Tbade-Sport 
Am Wasser, am Wasser, 
Am Wasser sind wir zu Haus. 
An Spree, Havef, Daßme, 
Da Hennen, wir uns aus. 
Wir schwimmen undpfanseßen 
Im helfen Sonnenschein. 
Die Strandschuh’ und die Badeschuh’ 
Die sind von 
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Leipziger Straße 91 <Hof> / Andreasstraße 58/59 
Joadiimsthaler Straße 6 / Turmstraße 58 / WiL 
mersdorfer Straße 57 / Belfe-Alliance« Straße 104 
Königsberger Straße 8 / Frankfurter Allee 98 
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