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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

AUF INS BAD! 
U nd womit, bitte? Ich habe nichts „auszuziehen“! 
Ja, wenn ich einen von den allerliebsten Bade 
anzügen hätte, die ich hier um mich herum sehe, den 
aus schwarzem Satin mit blauem Besa£, der sich in 
Kleiderform mit seinen beiden breiten Volants über 
einem feschen 
Höschen auf 
bauscht oderdie 
reizende Hemd 
hose mit dem 
weißen Paspel 
oder auch den 
aus schwarzem 
Satin, bei dem 
die Seitenteile 
gleich einem 
modernenKleid 
zipflig herab 
hängen und von 
einem farbigen 
Besät? umran 
det sind, der 
sich am Ärmel 
und Halsaus 
schnitt wiederholt. Aber so? Ich müßte mich ja vor 
Neptun schämen! — Und wenn man aus dem Wasser 
herauskommt, muß man sich abtrocknen, nicht wahr? 
I c h besitze leider keinen solchen himmlischen, weißen 
Bademantel aus Kräuselstoff mit bedruckten Blumen, 
bei deren Anblick die richtigen neidisch würden, wenn 
sie in solcher Farbenpracht am Meeresstrande blühten, 
keinen aus weichem, wärmendem Jacquard mit kleid 
samem, abweichendem Besät? und auch keinen aus 
gestreiftem Flausch mit den breiten, kleidsamen Ärmel- 
und Kragenaufschlägen. Wenn ich schon einmal ins 
Bad fahre, muß 
ich auch alles 
haben, was die 
anderen nach 
Heringsdorf, 
Zoppot oder 
Westerland mit 
nehmen: einen 
feschen Bade 
anzug, -mantel, 
Schwimmhelm 
aus marmo 
riertem Gummi 
und auch eine 
Badekappe aus 
gummiertem 
Satin mitweißer 
Schleife, Ohr 
zipfeln oder 
Rüsche — und noch Schwimmschuhe aus schwarzem 
Satin mit kreuzweise gebundenen Bindebändern und 
Leinenschuhen. Sonst gehe ich nicht!“ 
„Warum diese Aufregung, gnädige Frau? Es gibt 
einen Zauberer, Grünfeld, in der Leipziger Straße. Der 
verwandelt Sie in das „reizendste“ Meerwunder.“ o.k.
	        
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