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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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D ie Kunst im Leben des Kindes hat 
sich auch auf die Photographie er 
streckt. Früher quetschte man den 
Sprößling, dessen Konterfei den lieben 
Verwandten übersandt werden sollte, in 
die Ecke eines Lehnstuhls und drohte ihm 
entweder mit dem Finger Stillsitzen an, 
worauf er ein schiefes Mäulchen zog, 
oder ließ einen Vogel umherflattern, wo 
rauf er das Schnäbelchen sperrangelweit 
aufriß, oder man kitjelte ihn, auf daß er 
recht freundlich aussehe, will sagen grinste. 
Solch »entstelltes Angesicht« bildet heute 
erfreulicherweise nicht mehr die Regel, 
wenn man auch nicht allzu häufig so 
prächtige, naturfrische Aufnahmen fin 
det wie diesen kleinen Nackedei als Su- 
sanna im Bade oder den herzigen Steppke, 
der Arm in Arm mit seinem Teddybären 
das Jahrhundert des Kindes in die Schran 
ken fordert, oder den süßen Frechdachs, 
der, mit den Patschhändchen in den 
Höschentäschchen, mit schelmischem Blick 
zu fragen scheint: »Was kostet Berlin?« 
B. P.
        
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