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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Perlen und Stickereien, weiße und schwarze Raupen, 
Musketiermanschelten, Cowboystulpen mit Leder 
streifen, krassfarbige Aufschläge. 
Warum diesen göttlichen Schöpfungen nicht , auch 
neue Namen geben? Zur Zeit von Richelieu und Lau- 
zun kannte man Gelegenheits- und Notwendigkeits- 
handschuhe. Man hatte Handschuhe ä la Frangipani, 
die von dem Marquis de Frangipani erfunden worden 
waren, jenem „großen, römischen Herrn, Feldmarschall 
der Waffen des Königs und Verwandten St. Gregoire 
des Großen“, wie Balzac schrieb. 
Unsere Handschuhmacher kehren heute wieder zu 
den parfümierten Handschuhen von ehedem zurück. 
Ach, die hübschen Handschuhe zu den noch hüb 
scheren Kleidern. 
Schwarzes Crepe cfe Chine*KCeid mir GfasBaristeinsat 
und großer Schfeife. 
Der Spitze wird ein breiter Raum auf 
den schon sommerlich anmutenden Ge 
wändern eingeräumt. Sie wird imTon 
des Stoffes 'eingefärbt und wirkt un 
endlich elegant. An den ßoseftenmo- 
tiven,die ausTaft gedreht,originellen 
Diskusscheiben gleichen, gleiten viele 
Pfeile ab, die für das Herz bestimmt 
waren! Es gibt stattliche Igel-Orna 
mente ausGIasspipen,Kreisel,die aus 
Goldpassementerien gedreht sind, 
Chrysanthemenmotive,Kokardenmo 
tive. Und die großen Schneider schik- 
ken detaillierte Rechnungen: Kleid 
15000 Mark — mit Motiven. 
Noch ein Wort über dieHandschuhe, 
die zu den hübschen, neuen Kleidern 
getragen werden.. Auch auf ihnen 
Dunfceßfaues Chifionkfeid mit großen Rosetten aus gedrehter Tafisetde. 
Mcdeifc: Gerson=Prager Hausdorff. 
Photos: Becher «SD Maaß.
	        
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