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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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P/jotOS: 
'Zander 82) Iabisch. 
HEITERES 
r “Süchtige Studenten der Nationalökonomie 
können sich ihren Doktorhut holen mit einer 
Arbeit über die fortschreitende Industrialisie 
rung des Theaters. Es gibt ganz feste Firmen, 
die in sich inniger geschlossen sind als eine 
Großbank, die jedes Jahr ihre zwei bis drei 
Stücke treu und brav für ein bestimmtes 1 heater 
liefern. Offenbar haben solche Firmen Statuten 
wie eine Aktiengesellschaft. Bei der Firma 
Haller, Rideamus, Könnecke scheint der § 1 zu 
lauten: »Eigene Ideen sind verboten«. Diese 
sind ja auch schließlich nicht notwendig. Auch 
THE AT E R 
Shakespeare und Moliere, mit denen doch 
zweifellos Rideamus eine gewisse Ähnlichkeit 
nicht verleugnen kann, haben sich ihre Stoffe 
von anderen Leuten vorphantasieren lassen, und 
da der Stoff nach Heine seinen Wert erst durch 
künstlerische Gestaltung gewinnt, so kommen 
in der gemeinsamen Arbeit des amüsanten Trios 
immerhin ganz nette Sächelchen heraus, die die 
Berliner auf ein paar Monate unterhalten. 
Allerdings scheinen die drei Genossenschaftler 
in letzter Zeit den Ehrgeiz zu haben, mit den 
biederen Kaninchen zu konkurrieren. Drei
        
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