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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

.. "Meine Damen! 
he ich mit Ihnen ein wenig von 
den neuen Frisuren plaudere, will 
icfi Ihnen einen guten Rat geben! 
Achten Sie vor allen Dingen darauf, daß Sie 
eine schöne und gepflegte Stirn haben, denn Sie 
müssen ihre Stirn zeigen können. 
Die gestrenge Mode befiehlt, und wenn wir auch 
sonst noch so selbständig sind, in diesem Falle 
müssen und wollen wir armen Frauen gehorchen. 
Gehorsam ist etwas sehr Schönes und wem 
gehorchen wir lieber als der hdode? Trotzdem 
darf dieser Gehorsam nicht blind und fanatisch 
werden, das könnte auf Kosten des guten Ge« 
schmacks und der Kleidsamkeit gehen. Klammern 
wir uns ängstlich an »die« typische Modefrisur, 
Es gibt jetzt neue modische Richt 
linien, die immerhin sehr beachtens 
wert und interessant sind. Zwängt 
man diese neuen Riditlinien in knappste 
Form, ergibt sich folgendes: 
Die so viel beliebte Ondulation wird auf 
ein Minimum beschränkt, das heißt, sie dient 
eigentlich nur noch dazu, das Haar in die ge 
wünschte Linie zu zwingen. 
"Weiter legt sich das Haar so schlicht als mög« 
lieh um den Kopf,- große, aufgebauschte Frisuren 
sind absolut verpönt, dagegen herrscht eine aus 
gesprochene Neigung für tiefe Nackenknoten vor. 
So, meine Damen, dies wäre etwa das Mode« 
Schema, vor dem Sie eben gewarnt worden sind. 
so laufen wir leicht Ge« 
fahr, daß unser Köpfchen 
nichts weiter als ein schön 
frisierter Puppenkopf wird. — 
Und das wäre doch wirklich schade!! 
Ihren geschickten Händen, 
ihrem Schick und gutem 
Geschmack bleibt es nun 
überlassen, sich aus der Mode« 
frisur das für Sie Kleidsamste
        
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