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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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UN lv 12, di. 
BERUM 
seiner Stirn verschwand minutenlang das Herbstliche, das 
auch die Liebe nicht restlos wegzuküssen vermocht hatte. 
Im }uni, kurz vor der Abreise, kam der entscheidende 
lingsessen«, rief sie. »Und, nicht wahr, — bitte, bitte, 
erlaub, daß ich mein Faschingskostüm anziehe! Ich 
möchte dich wieder froh machen, Lieber, und du sollst 
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UNTER DEN LINDEN 14 
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Nachm. */j5 Uhr der große Gesellsdiaftstee 
mit Salome und Lissi und Rene 
Ballordi. Fritz Fucts 
Anfall. Sie war nicht zu Hause, als er dem bleichen 
Knochenmann zum ersten Male ins Auge sah. Aber 
er fühlte, wie der Herzschlag 
aussetzte, die Atemnot wuchs, 
und nur daran dachte, was 
aus ihr werden würde, wenn 
es einmal Schluß war. 
Colombinchen merkte nichts, 
als sie mit erhitzten Wangen 
vom Einkauf zurückkam und 
ihre Arme um den Er 
matteten, aber wieder Be= 
herrschten schlang. 
»Ich bring dir dein Lieb- 
nicht so viel grübeln 
Am selben Abend 
Von Büß ne 
Unter dem vielverspredienden 
Namen »Weiße Maus« er- 
öffnete Anfang Februar die 
Direktion Peter Sachse in der 
Behren-, Ecke Friedrichstraße ein 
neues Kabarett. Dieses Unter 
nehmen untersdieidet sich von 
manchen anderen Berliner Kaba« 
retten insofern, daß es ein viel 
seitiges Programm mit guter 
Besetzung bietet. Dabei ist der 
Besucher nicht an die teuren 
Weinpreise gebunden. William 
Berner als Conferencier ist 
rühmlichst bekannt. Er erledigte 
sich seines Amtes mit viel Ge 
schick, so daß sich jedes weitere 
Wort erübrigt. Der in Geste 
und Vortragsart stark an Paul 
Graetz erinnernde Fritz Witte 
gab sein Bestes und nahm die 
Zuhörer für sich gefangen. Die 
mit starker Verve gesprochenen 
Worte F. Günthers »Die Gassen 
von Moskau«, seien besonders 
erwähnt. Lola Badi mit ihrem Schönheitsballett, genügend be 
kannt durdi den vor einigen Wodien stattgefundenen Prozeß, 
bewies durch nackte Tatsachen ihren Standpunkt. In einem 
maurischen Tanz und in der Tanzszene »Kokain« entfaltete 
Ganz alt siehst du heute aus, du!« 
hielten Colombinchens blanke Augen 
stille Totenwacht. — — — 
Als die Leute mit dem 
schweren Sarg hereinpolter 
ten, um die Leiche mit sich 
zu nehmen, fanden sie unter 
dem Kopfkissen eine weiße 
Lodcenperüdce. Auch ganz 
lange, schwarze Strümpfe 
lagen da, und ein Kleid, 
wie es kleine Mädchen 
tragen, wenn sie recht lu 
stig sind. 
und Tifm 
sie all ihr Können und erledigte 
ihr Programm mit Anmut und 
Grazie. Nicht zu vergessen ist 
der RechenkünstlerOlgo, derdurch 
seine phänomenalen Leistungen 
verblüffte. In spielender Art löste 
er die ihm gestellten Aufgaben, 
der reinste Valutenrechenmeister, 
und warf mit den Milliarden 
nur so um sich. Zum Schluß 
sei noch erwähnt das Gastspiel 
des Intimen Theaters in dem 
Szenchen »Lauf doch nicht immer 
nackt herum« von Georges 
Feydeau. Gespielt wurde flott 
und ist somit ein Besuch als 
lohnend zu bezeichnen. h. T. 
Anläßlich des Hinscheidens 
von Papst Benedikt XV. fanden 
in allen großen Städten Gedenk- 
gottesdienste statt. Besonders 
stark war die Beteiligung an der 
Gedächtnisfeier im Cölner Dom, 
ebenso beim Requiem in der 
Berliner Hedwigskirche, dem die Regierungsvertreter und das 
Berliner dipfomatisdie Corps beiwohnte. Die neue Meßter- 
und Deulig-Woche zeigt die zahlreichen Besucher dieser beiden 
Messen beim Verlassen des Gotteshauses. Aus der Geschichte
        
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