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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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Das DICutfermat am ßandgcCaife 
Cine Ski^^e uon K.o.rt DICeitner-foeckert. 
T"^\as Geschäft der ,Metro- 
Film - Kompagnie* 
stockte. Kein Film, der 
das Zeichen ,M F C* trug, 
bewährte Zugkraft, keine 
Kinodirektion, kein Film- 
theaterpublikum wollte sich 
für ,Metro* - Filme begei 
stern. Und die ,Metro‘- 
Direktion tat doch alles: 
kaufte die Manuskripte an 
erkannter Autoren, bezahlte 
Riesengagen an die Stars, 
nichts half; ,Mask~ 
Film - Produktion* siegte 
in jedem Konkurrenzrennen. 
„Wenn wir nur einmal 
,Mask* übertrumpfen könn 
ten, dann geht unsere 
Karre wieder auf glattem 
Geleise“,sagte der Direktor 
der ,Metro“ und sah seine 
Mitarbeiter an. 
„ . . . höchste Zeit!“ ergänzte der Prokurist, der 
an Hand der Bücher die einberufene Konferenz leitete, 
„ Buchhonorare, Darsteller 
in agen, Betriebsunkosten, 
Reklameetat ... die Aus 
gabensummen wachsen, 
dieEinnahmesummen ver 
ringern sich. . . . “ 
„Pleitegeier!“ rief der 
Komiker, der die unheim 
liche Stille, die ins Kon 
ferenzzimmer gezogen 
war, mit einem Scherz 
wort beseitigen wollte. 
„Irgendetwas mul? ge 
schehen!“ meinte nun auch 
der erste Regisseur, „Kopf 
hängenlassen undTrübsal- 
blasen heißt sich selbst das 
Grab schaufeln. Etwas 
muß geschehen! Wenn 
wir zum Beispiel die näch 
sten Pläne der ,Mask* er 
fahren könnten. . . . “ 
„Ist das nicht unehren 
haft?“ fragte De we- Daschi, 
die berühmte Filmdiva der 
,Metro*. 
„In Amerika heiligt der 
Zweck die Mittel . . . . “ 
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IBiOCiTiN 
I stärkt Körper und Nerven 
sagte leichthin der Direktor, 
„aber abgesehen davon,— 
,Mask* arbeitet unter her 
metischem Geheimver 
schluß. Alle Beteiligten 
sind prozentual am Gewinn 
beteiligt, mit Geld 
ist da nichts zu machen!“ 
„Vier Wochen Urlaub!“ 
rief Dewe-Daschi mit über 
legener Ruhe aus, „vier 
Wochen, dann schaff ichs!“ 
Die vier Wochen wurden 
bewilligt. 
Die nächste Sensation 
der ,Metro* war der Film 
.Menschlichkeit*. Einen Tag 
später ließ.Mask* den Kino 
direktionen den neuesten 
Programmstreifen,Die Wel 
len der Menschheit* mit ge 
wohnter Heimlichkeit über 
reichen. Die ganze Filmindustrie lachtet ,Metro* und 
,Mask* glichen diesmal wie ein Ei dem andern. Das 
selbe Sujet: Vertrauen 
eines Kindes, Ergebenheit 
einer Mutter, Vertrauen 
eines Weibes, Verrat des 
Geliebten... . 
,Mask* zog mit Spott 
und Schaden seinen Film 
zurück. 
,Metro* war obenauf. 
Biociiin ist das von medizinischen Autoritäten an 
erkannte, unstreitig wirklich hervorragende und ver 
trauenswerte Nähr- und Kräftigungsmittel bei 
JTeroosttät.lfnferernäArun^ 
fOfufarmuf, fdthfaftosigfceit 
wie überhaupt bei allen mit körperlicher oder 
nervöser Schwäche verbundenen Zuständen. Bio- 
citin ist auch das beste Stärkungsmittel für 
Kranke und Senesende. 
Biocitin ist in der alten bewährten Güte in Apo 
theken und Drogerien wieder erhältlich. Ein Ge 
schmackmuster Biocitin, sowie eine Broschüre 
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Berlin S 61 ✓ BL 
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Wieder im behaglichen 
Konferenzzimmer der .Me 
tro*. Alles lauscht. Dewe- 
Daschi erzählt. 
„ . . . . es ist nicht der 
Mühe wert, mich zu loben. 
Ich habe nur beweisen 
wollen, daß eine erst 
klassige Filmdiva nicht 
nur auf dem rollenden 
Streifen, sondern auch im 
Leben ihre Kunst, ihr 
Handwerk verstehen muß. 
Also: ich bekam einen 
vierwöchigen Urlaub. — 
In den ersten vierzehn 
Tagen mußte ich die un 
angenehmen Rollen einer
        
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