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Full text: Berliner Leben Issue 25.1922

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III. 
Sei gegrüßt, lieber Anatol, 
du melancholisch - zynischer, 
ach so preziös-grazienhafter 
Freund unserer Jugend. — 
Zwar: wir wissen heute nichts 
rechtes mehr mit dir anzu 
fangen. Was dein Meister 
als erster in Deutschland 
konnte, hat heute der und 
jener gelernt. Und uns hat eine 
bitterböse Zeit mit ehernen 
Krallen in den Nacken ge 
griffen, so daß wir für dein 
girrendes Herzeleid, für deine 
romantische Seelennot und 
selbst für deine ulkige 
Zwangslage nicht mehr das 
rechte Organ haben. Aber 
du warst nicht der schlechte 
ste Teil unserer goldenen 
Jugend, alsdeineProblemeuns 
ausfüllten. Darum, wenn auch 
mit leiser Wehmut: Sei 
gegrüßt und biings auf hundert Aufführungen 
IV. 
Margarethe Duvinage vom Münchener Voffistheater. 
Pßot.t A. St iff et, München. 
in der Blumenstraße kein 
Auge trocken, kein Zwerchfell 
unerschüttert. Nun, es scheint, 
als ob der brave alte Alex 
ander ganz und absolut nicht 
zu ersetzen sei. Aber was 
übrig blieb, war auch noch 
ganz schön. Zwar dürfte man 
eigentlich verlangen, daßOlga 
Limburg, eine gewiß sympa 
thische Erscheinung, in ihrer 
kessen Ungeniertheit nun 
langsam anfinge, die ganz 
jungen Frauchen hinter sich 
zu lassen, denn den Leuten 
in den ersten Parketfreihen, 
die doch die teuersten Plätze 
haben, wird die Illusion emp 
findlich gestört. Aber ihr 
Partner Falkenstein gab sich 
mit Erfolg alle Mühe, den 
älteren Berlinern ihren ge 
liebten Alexander zu er 
setzen. 
Wenn jetzt das Kleine Theater nur ein bißchen 
Glück hat und so nach der 50. Aufführung sich 
jemand findet, der den vorschriftsmäßigen Anstoß 
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Was man allerWahrscheinlichkeif nach dem zwanzig- nimmt, dann können wir es erleben, daß uns ein 
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Annemarie Möriße. Gustav Heppner. Lotte Kfein. 
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Dr. Victor 
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