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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Julius Müller erlangt. Verbindung ist hergestellt. Amt meldet sich nicht, da endlich: »Zum 
Das Fräulein ruft: »Bitte zahlen«. Zum Donner* Teufel, Fräulein, seit einer Viertelstunde —« 
wetter, wo ist der zweite Nickel - nichts zu »Mein Herr, Ihr Rufzeichen ist eben erst ein* 
Wenn ich ßfoß den verfluchten N/c/tef fände! 
Notruf. 
machen. Wütend wirfst du den Hörer auf die 
Gabel, trinkst für 15 Mark Kognaks, fühlst, wie 
deine Galle vor Wut in die 
Leber strömt und beschließt, 
auf Fräulein Müller definitiv 
zu verzichten. Warum? — 
Das Telephon hat es nicht 
anders gewollt. — Ein junges 
Liebesglück, aus dem vielleiht 
eine Ehe mit elf Kindern 
hätte werden können, ist in 
der Blüte geknickt. 
Wenn das noch das Ein* 
zige wäre. Von allen anderen 
Miseren nun noch eine; du 
merkst, daß Einbrecher an 
deiner Tür sind, du stürzt 
an den Apparat und willst 
den Notruf abgeben, das 
Amt meldet sich nicht! Zehn, 
fünfzehn Minuten stehst du 
am Apparat, haust wie wahn* 
sinnig auf die Gabel, das 
gegangen.« Hinter dir aber erscheint ein Kopf 
mit einer Ballonmütze in der Tür und ein 
lächelnder Mund spricht: 
»Jeben Se sich man keene 
Miehe, Männeken, wir sind 
schon fertig und jehen wie* 
der«. — 
Und trotz alledem und 
alledem: Möchtest du viel* 
leiht einen Tag ohne Tele* 
phon sein? — Wie? — Das 
wünschst du dir shon 
lange? — Nun denn, Hand 
aufs Herz, lieber Freund, 
wie denkt deine Frau über 
diese Frage? 
Victor. 
Nur fnit de Rußei 
Pünktliche und prompte 
Bedienung gibt es beim Te* 
lephon nur einmal, nämlich 
alle Vierteljahr, wenn zu 
deiner besonderen Freude die 
Rehnung einkassiert wird.
        
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