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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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wird zu Gehrock oder Cutaway- 
getragen. Die Melone, der kleine, 
steife Hut, wird zum dunklen 
Sakko oder Smoking angelegt, ist 
jedoch in gewissen Fällen auch 
für den Cutaway erlaubt. 
Die große gegenwärtige Mode 
für den Straßenanzug ist der breite 
randige, weiche Filz. Man sollte 
dabei aber stets beachten, daß die 
outrierten Formen dieser Hut« 
mode nur für lange, schmale Gesichter 
und schlanke, große Figuren passen. 
Der breitrandige Kalabreser tritt in mehreren 
modischen Variationen auf. Meistens läuft 
die Krempe ganz gerade aus oder sie ist an 
den Seiten 
leicht aufge« 
bogen. Die ge« 
rade Krempe 
ist am äußeren 
Hutrande ent« 
weder einfach 
abgesteppt oder 
aufgerollt. 
Speziell in 
Wien sind 
Hüte beliebt, 
bei denen der 
äußere Rand 
mit einer anders» 
farbigen <d. h. heller oder dunkler als die 
Farbe des Hutes) Einfassung und dem dazu 
passenden Hutband versehen sind. 
Helle Farben sollten nur für Frühling und 
Sommer in Frage kommen. 
Gerade in der W ahl der 
helleren Töne muß man 
sehr vorsichtig sein, Lila, 
Giftgrün oder Gelb sind 
Farben, die ein Mann 
von Geschmack niemals 
wählen wird. Für den 
Winter wird am besten Stein« 
grau, Tabakbraun oder Flaschengrün 
passen. 
Vielfach hat sich auch der breit« 
randige Cowboy«Hut in ganz 
dunklen Tönen zum sogenannten 
kleinen Abenddreß, d. h. zum ein« 
fachen schwarzen Sakko«Anzug 
eingebürgert. 
Zum Smoking «Mantel, zu dem 
früher nur die schwarze Melone 
möglich war, werden häufig von 
Ausländern ebenfalls diese dunklen Filzhüte 
aufgesetzt. 
Zu Frackmantel und Frackcape paßt nur 
der stumpfe, hohe Abendhut, zum Gehpelz 
blanker oder stumpfer Zylinder. Im Gegensatz 
zum Englän« 
der betrachtet 
der Deutsche 
den Zylinder 
als eine Fest« 
tagsangele« 
genheit. Des« 
halb sieht 
man auch im 
BerlinerStra« 
ßenbild viel 
häufiger die Melone, die, Anlehnung an den breit« 
randigen Filz, in dieser Saison ebenfalls eine 
breitere Krempe aufweist. 
Um auch in der Kopfbedeckung den richtigen 
Stil zu treffen, ist es eben nötig, daß man sich 
im Laufe der Zeit ein gewisses Geschmacksgefühl 
für diese modischen Dinge 
aneignet. Wer dieses noch 
nicht hat, der tut am besten 
daran, sich zu einem wirk« 
lieh erstklassigen Hutgeschäft 
zu begeben und sich dort 
die nötigen Informationen zu 
holen.
        
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