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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Die Vorliebe für das Anlegen von Schmuck 
ging von Byzanz aus, übertrug sich dann aber 
auch auf die germanischen Völker und wurde von 
diesen während ihrer Wanderungen über ganz 
Europa verbreitet. Charakteristisch für das 16. 
Jahrhundert war die Ereude an Email, Edelsteinen 
und Perlen, während die Herrschaft des Diaman 
ten erst mit dem 17. Jahrhundert beginnt. In 
diese Zeit fällt auch die Nachahmung historischer 
Schmucksachen, nämlich die Stilisierung pflanz 
licher Ornamente und linearer Motive in symmetri 
scher Anordnung. 
Da wir in Deutschland bedeutende Schmuck- 
künstlcr haben, können sich deren Erzeugnisse 
auch ruhig mit den ersten anderer Länder messen. 
Eine besondere Vorliebe gibt sich in diesem 
Augenblick für die großen Haarkämme zu er 
kennen. Aus Elfenbein oder Schildpatt, sind 
die Formen sehr mannigfach und kostbar 
ausgebildet und zeigen oft die 
allcrzierlichste Durcharbeitung. 
Das Beladen der Finger mit 
Pingen ist nur noch bei Kriegs- 
gewinnlerfrauen modern. Die 
feine Dame trägt einen kost 
baren Diamanten oder eine 
besonders schöne Perle auf der 
schlanken Hand, was dieser 
gut ansteht. 
Ein Schmuck 
gegenständ hat 
sich dagegen 
im Laufe der 
lebten Jahre 
wieder sehr 
vieleFreun- 
dinnen und 
Freunde er 
worben: das 
Armband, 
beson 
ders 
Die amerihanische Schauspieferin Gfadys George 
trägt eBenfalTs mit VorfieBe Perfen. 
Phot.: Famous*P(ayers. 
Gfortä Swanson, die ameriftanisde c FifmscBauspieferin, 
Bat seften scBöne Briifantsteine. 
Phot.: Tamous* Pfayers. 
das Uhrenarmband. Es gehört 
heute zur Kleidung, und bei 
richtiger Anwendung vermag ihm 
die Trägerin eine gute Wirkung 
zu entlocken. Erst bei einer schö 
nen Frau gelangt das zu sprühen 
dem Leben, was hinter Schau 
fenstern nur kalte Pracht ist. Auch 
im Sch muckgewerbe arbeiten Künstler 
und Mode zusammen, und mit Recht. 
Wie herrlich hebt sich von einer zarten, 
grauen Kreppmarocain-Robe die brillanten- 
beseite Armbanduhr am schwarzen Moiree- 
bande ab, wie funkelt der extragroßc 
Smaragd in Brillantenfassung an dünnem 
Kettchen zu einem grünen Abendkleid mit Silberstickerei. Zu 
einem schwarzen Abendkleide mit Tüll sehen große Brillanten 
am vorteilhaftesten aus, während eine Perlenschnur der ge 
eignete Schmuck für ein schwarzes Liberty-Abendkleid mit 
tiefem Ausschnitt ist. Auch zu den modernen ärmellosen 
Kleidern mit besticktem Leibchen werden nur Perlen ge 
tragen, während Goldketten die Achselbänder eines 
himbeerfarbenen Abendkleides aus Velour-Chiffon bilden. 
Überhaupt sind die Achselstreifcn aus Edelsteinen für die. 
Die aß ihanische Negerschönheit 
zieht hunte Gfasperhen jedem 
andern Schmach vor. 
Phot.: Haecftci
        
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