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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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viel zu dem Erfolge der kraftvollen Dichtung Fritz 
von ünruhs bei. 
Im »Lessing-Theater« gab es den »Lasterhaften Herrn 
Tschu« von Julius Bartel. Da dem Dichter nichts ein 
fiel, verkleidete er dieses Nichts auf Chinesisch und dieses 
Etwas wird mit also getauschtem Vorzeichen einige 
Wochen lang volle Häuser machen. Über die starke An 
leihe, die Herr Berstei bei Franz Molnar und noch dazu 
aus dessen bestem Werk »Liljon« gemacht hat, mögen 
sich die beiden Herren miteinander unterhalten. Gespielt 
wurde anständiges Mittelmaß, also 
reichlich gut genug. 
Wissen mochte ich, weshalb 
die Berliner Kritik einmütig 
über den guten Direktor 
C h a r 1 e hergefallen 
ist, der mit seinem 
»Ewig Männlichen« im 
Theater am Zoo doch 
einen Pariser Schwank 
gebracht hat, der 
wirklich nicht schlech 
ter ist, 
als alle 
anderen, 
jastellen- 
weise viel 
amüsan 
ter. Han- 
si Arn 
stadt ist 
eine Hu- 
moristin 
von vielen Graden und eine so graziöse und elegante Frau, 
daß es immer Freude macht, ihr zuzuschauen, und ihr 
Ifse Murwenga 
u. Eugen Rex in 
„ Die EUe im Kreise ”. 
Pfiot.: 
Zander SD Laßisdj. 
des Pariser Chat noir. Käthe Kühl ist unsere beste zeit 
genössische Couplet - Sängerin. Mit einer dramatischen 
Wucht, mit einer ätzenden Charakterisierungskunst fast 
Cfaire Dux geht nach Amerika. 
Ihre hostharen Toiletten für die Gastspielreise liefert das Haus MarBadt. 
Phot.: Oestei. 
ohnegleichen, lohnt es sich allein, diese Frau die Arme 
gen Himmel werfen zu sehen. 
Rosa Valetti bringt leider nur zwei Lieder und es 
ist wirklich nicht nötig, daß das Lied auf die deutsche 
Partner Hans Götz hat 
alle Chancen, sich zu 
einem Bruno Kästner der 
Bühne auszuwachsen. Also 
warum, werte Kritik, zer 
fleischst du gerade dieses 
niedliche Dingelchen, wo 
du anderes ohne Bean 
standung munter durch die 
Welt tosen läßt? 
Ich kann mir nicht 
helfen: am wohlsten habe 
ich mich doch wieder im 
Kabarett »Größenwahn« 
gefühlt. Neben manchem 
Gleichgültigen gab es hier 
einige Darbietungen von 
so erlesener Vollendung 
wie in den besten Zeiten 
Pauf Hartmann und Werner Krauß in „Prinz Louis Kerdinand . 
Phot.: Hans Natge. 
Republik zur Melodie der 
französischen Siegeshymne 
gesungen wird. Aber wie 
macht sie das?! Und 
Vallentin als modernisierter 
Götz von Berlichingen? 
Und schließlich und bestens 
Sita Staub als kleines 
Mädchen in St. Lazore. 
Wie macht sie es, immer 
und immer schöner zu 
werden und dabei noch 
zuzulernen? 
Id» sage es ganz ehr 
lich: Wer die Vollendung 
liebt, findet sie heute 
eher in der Kleinkunst- 
Bühne als auf dem großen 
Theater. Dr. Victor Goicfschmi/t.
        
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