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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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BITTE ZAHLEN! 
T: 
heatre Nelson —• Boulevard Kurfürslendamm — Grand spectacle et Music 
Hall, pecries — La grande revue — — 
6s hat dies (als einzigstes seiner Gattung) etwas von Paris, dies Thcatt r- 
chen trotjdem und obwohl es u r berlinerisch ist. (»Na ,Nutte' könn’ se doch 
nich ins Telefonbudi schreiben!«) 
Die alte Garde. Um einige gute (und schlechte) Krähe be 
reichert! Und eine verblüffende 
Neuerscheinung, die schon lange 
an dieser Stelle debütierend, über 
Nacht zu einer liebenswürdig- 
grotesken Kraft ersten, wirklich 
ersten Ranges geworden ist: 
Der kleine Curt Bois. (Hier ist 
endlich mal bereichernder Nach 
wuchs.) 
Zuerst die neuen: HansiBurg. 
Apart, reizlich und charmant bildert 
sie teils als Teepuppe, teils als Geisha, 
teils modern durch die Revue und 
man freut sich stets ihrer Anwesen 
heit. 
Was man nicht immer von Lilian 
Gray sagen kann, die ein bißchen 
— na ja schläfert — und dabei aus 
dem Rähmchen fallt. Audi Herr 
Ritter dürfte sozusagen für diese 
Revue entbehrlidi sein. (Was an der 
»Rolle« liegen mag.) 
Aber was sdiadet das allens? 
Solche Fülle amüsanter Melodien 
ward in diesen Hallen lange nidit 
gehört. Nelson gehört wirklich zu 
den produktivsten unserer Kompo 
nisten. 
Übrigens hat Willi Schaeffers 
auch keine Rolle! Und sollte sie doch 
dodi seine (extra sec) Komik zu den 
der Nelson-Revue. 
Curt Bois und Rttdoff Nefson. 
Oßen; Käthe Erfßofz. 
Photos: Levy=GünsBerg. 
Ponny » Trott. 
RoBert Negrell und Alice Rejane. 
wirklidi haben. Gehört 
wirksamsten Ingredienzen 
Neben ihm 
garantieren die 
vier Stützen 
des Ensembles 
den Reißer 
erfolg. Na 
mens: Käthe 
E r 1 h o I z , 
Curt Fuß, 
Negrell und 
Glaser. 
Wer ist (rück 
wärts) Glaser? 
Glaser ist der 
Mann, der all - 
abendlich die 
von P i r ch a n 
(alle Aditung!) 
witzig, frech 
und imposant 
erdachte De 
koration tech- 
nisdi einriditct 
und auf der 
Miniaturbühne 
Arena und 
Sternhimmel 
zeigt. Negrell 
zeichnet für 
die Tänze, 
von denen als 
wirklidi origi 
nelle Neuheit 
der »Ponny- 
des Parketts, fangt die so 
(aus der man so viel mehr 
Kleidung Sachverständige, 
»Lieschen aus 
derMulackslra- 
ße«, die ob des 
Kontrastes ver 
blüfften und 
nicht immer 
damit einver 
standenen Zu 
schauer. 
Ein für den 
Umbau wohl 
erforderlidier, 
auf die Dauer 
etwas ermü 
dender Plas 
trick - Film 
(mit eingesetj- 
ten photogra 
phischen Köp 
fen) verbindet 
die einzelnen 
Bilder, ist tcdi- 
nisdi aber noch 
redit verbesse 
rungsbedürftig. 
Dodi dies 
sind Bagatel 
len . . . 
TheaterNel- 
son-La gtandc 
revne — Boule 
vard am Kur 
fürstendamm 
T. W. Koeßner 
Trott«, die Dressur einer 
kleinen Stute (Alice 
R e j a n e ) hcrvorstidit. 
Curt Fuß hat die 
seltene Gabe, des so 
fortigen Konnexes mit 
dem Publikum sidier zu 
sein. Er »zündet« im 
Augenblick, in dem er die 
Bühne betriit und da man 
ihm die große Schlager 
munition reserviert hat, 
ist er eben die — große 
Kanone. Käthe Erl holz 
hat jefjt die Popularität 
gefunden, die jede Kritik 
aussdiließt, die so lieb 
und vertraut im Herzen 
des Berliners wurzelt, 
wie nur sehr, sehr wenige Künstle 
rinnen sie ihr eigen nennen dürfen. 
Ihre trockene, gemütlidi - kesse 
Note ist zudem einmalig und un- 
kopierbar. 
Ein Sonderkapifel dem »Reißer« 
der Revue: Anita Berber. 
Unverwüstlich aus Wien zurück- 
gekehrt, legt sie uns im modernen 
(Knallbonbon-)Kleid einen Boston 
und als Junge im Smoking einen 
Shimmy hin, — na — das ist eine 
ganz seltene internationale An 
gelegenheit. 
Sonst noch: tut Vesper mann 
gemütlidi und liebenswürdig sein 
bestes, zeigt K i t t y D e w a I I pom 
pöse sdilanke Nacktheit, amüsiert 
Schönfelder in grotesken Kari 
katuren, konzentriert die blonde, 
hübsche, etwas mollig gewordene 
Eva T i n s di m a n n in pikanter 
und lieber Kostümierung die Blicke 
schön gewachsene Jenny Steiner 
machen kann!) in praditvoller (Ver 
blüfft Blandine Ebingcr als 
Spanisches Tanzduett. 
Curt 7uß und Jenny Steiner.
        
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