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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Hans B r e i f e n s f r ä. f e r 
Hans löffelt jeden Morgen seine 
Haferschleimsuppe, 
Rechts: Das Training im Walde. 
U nter den Meistern der 
verhältnismäßig jungen 
deutschen Boxkunst ist Hans 
Breitensträter der bekannte 
ste und, fast möchte ich 
sagen, volkstümlichste. Er 
wirkt nicht nur allein sympa 
thisch durch den Mut und die 
eiserne Energie, mit der er 
an die gefährlichsten Gegner 
herangeht, sondern auch 
durch seine persönliche Liebenswürdigkeit, die ihm 
sehr schnell die Achtung und Bewunderung seiner 
Boxpartner verschaffte. Es ist nun für den Laien inter 
essant zu erfahren, wie der junge Meister seine All 
tagszeit verbringt, und wir führen hier einige Moment 
aufnahmen aus dem Privatleben Breitensträters vor. 
Um stets auf der Höhe seiner Klasse zu bleiben, ist 
natürlich ein eisernes 1 raining nötig und ein Leben, 
das minutiös genau geregelt ist. So sehen wir auf 
dem ersten Bild Hans bei seinem „Sechsmänner 
frühstück“. Neben ihm sitzt sein Masseur, der 
Holländer Kees, der darauf achtet, daß Hans auch 
die nötigen Mengen zu sich nimmt. Darauf fährt 
Breitensträter meistens nach dem Grunewald, um 
dort sein tägliches Lauftraining vorzunehmen, das 
die Beinmuskeln und Lungen 
stärkt und außerdem jeden 
Fettansatz im Keime erstickt. 
Dann kommen dieTrainings- 
kämpfe mit dem lebenden 
Gegner, die scharf kritisiert 
werden. Man sieht, das 
Leben eines Meisterboxers 
ist nicht so angenehm, wie 
es sich der Laie vorstellt. 
Zur Erlangung der hohen 
Geldpreise gehört viel Arbeit, 
unermüdliche Energie und 
ein fast asketisches Leben. 
H. M. 
Breitensträter nach dem Siege. 
Beim Training im Ring mit seinem Partner Korn. 
Photos: A. Groß.
        
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