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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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hatte schon sechzig kostbare 
Minuten versäumt! 
Das obere Stockwerk glich 
dem unteren wie ein Ei dem 
anderen: ein unendlich langer 
Flur mit Türen und Türchen 
rechts und links. Ich las fünf- 
zehn Türschildchen, las fünfzehn 
verschiedene Worte, jedoch — 
»Steuerbureau« las ich nicht. 
Noch eine Tür war vorhanden. 
An ihr war nichts zu lesen. 
Ich ging enttäuscht weiter. Hoch 
von dem Turm schlug es eins. 
Ich wurde unruhig. Ich habe 
schon fünftausend Mark in der 
»preußischen Klassenlotterie« 
verspielt, noch nie gewonnen 
und habe oft über mein persön- 
liches Pech geklagt, aber — so 
etwas war mir noch nie vor» 
gekommen! — Da höre ich 
Schritte. Ein Mann in »Weiß« 
mit etwa einem Dutzend Bier» 
gläsern erscheint. Aha! —- ein 
Geist des Ratskellers! — »Ent- 
schuldigen Sie!« — trete ich 
höflich grüßend an ihn heran! . . 
»Hatten Sie auch etwas bestellt?« 
fragt er mich zweifelnd. »Ne, 
nein,« stottere ich, »i, i, ich 
wollte nur wissen, wo das 
Steuerbureau ist?« 
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Erhältlich in allen einschlägigen Geschäften, 
wo nicht vorhanden, weisen Bezugsquellen nach. 
Ich höre eine Tür zufallen 
— der Kellner ist verschwunden. 
Draußen schlägt es einhalbzwei 
Uhr. - 
Geknickt, ohne Hoffnung 
suche ich weiter und komme in 
das zweite Stockwerk. Nach 
einer halben Stunde kehre ich 
zurück / alles vergeblich gewesen! 
Das Steuerbureau scheint von 
der Erdoberfläche verschwunden 
zu sein. 
Da erinnere ich mich, daß 
ich vorhin eine Tür ohne Auf 
schrift gesehen habe! Sollte 
dort vielleicht das Steuer 
bureau sein? Zwar etwas 
winzig — aber es war doch 
möglich? Schüchtern begebe ich 
mich an die Türe, rücke die 
Krawatte noch einmal zurecht, 
nehme ehrfurchtsvoll den Hut 
ab, streiche mir mit der Hand 
das Haar glatt — denn ich will 
als »wohlsituierter Bürger« er 
scheinen, — räuspere mich ein 
paar Mal und klopfe an. Deut 
lich hörte ich mein Herz 
schlagen. Da ruft eine tiefe 
Stimme drinnen: »Besetzt!« — 
Oho! sollte ich mich so ge 
täuscht haben? — Schnell eile 
ich weiter und begegne auf der 
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Echtheit, 
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