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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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PORGELA DEN 
Humoreske i> o n Erich Efffer. 
I ch war zum Einundzwanzigsten vorgeladen worden, um 
im Steuerbureau auf mein Ehrenwort, nach bestem 
Wissen und Gewissen, zu erklären, daß ich der glücke 
liehe Besitzer eines 
Vermögens von 
rund zehnmalhun- 
derttausend Pfenni- 
gen war. — ich 
drücke die Summe 
meines Vermögens, 
weldies gleidizeitig 
mein Jahresgehalt 
bedeutet, stets vor 
Freunden und Be- 
kannten in dieser 
unserer kleinsten 
Münze aus,- nicht 
etwa, weil ich die 
Pfennige besonders 
ehre <Tausend= 
markscheine behan- 
dele ich ungleich 
liebevoller), son- 
dem weil die Ge- 
samtsumme nach 
etwas klingt, und ich es mir zum Prinzip gemacht habe, vor 
den Leuten als ein gutsituierter Mann zu erscheinen. 
Ich bin ein guter, preußischer Staatsbürger, der den 
Leuten, und vor allen Dingen den Behörden noch 
nie viel zu schaffen gemacht hat ... So begab ich mich 
denn am Abend des Zwanzigsten vor das Rathaus, um 
midi über die 
Dienststunden der 
Beamten — par- 
don: Herren 
Beamten — zu 
informieren. »Von 
8 — 3 Uhr« stand 
auf demTreppen- 
flur. Hm! — 
Eigentlich eine um 
angenehme Zeit 
für einen Ge- 
schäftsmann, aber 
— man muß es 
schon einrichten.. 
Nachdem ich 
mir in einer sdilaf- 
los verbrachten 
Nacht überlegt 
hatte, wann ich 
das Steuerbureau 
durdi meinen Be- 
such beunruhigen 
sollte, war ich 
schließlich zu dem 
Entschluß ge- 
kommen, um elf 
Uhr auf das Rat- 
haus zu gehen. 
Das war gerade 
so hübsch in der 
Mitte der Dienst 
zeit, sagte ich mir,- da haben die Herren schon ihre 
Zeitung gelesen und eventuell auch schon gefrühstückt,- 
da störe ich am wenigsten. — Punkt elf Uhr be- 
trat ich denn also 
an jenem denk- 
würdigen Tage mit 
blankgeputzten 
Stiefeln, gut abge- 
bürstetem Anzuge 
und einer tadellos 
sitzenden Krawatte 
die Stufen des ord- 
nungssprühenden 
und nach Arbeits 
schweiß riechenden 
Gebäudes. Das 
Herz klopfte mir 
gewaltig. 
Ich befand mich 
auf einem langen 
Korridor, der rechts 
und links weiter 
führte und rechts 
und links unzählige 
Türen und Tür- 
dien besaß. Erst schritt ich rechts herunter, dann ging 
ich links herunter, las die Täfelchen an jeder Tür, fand 
alle möglichen Bureaus vertreten, nur nicht das Steuer- 
bureau. Also hier war ich nicht richtig gegangen. Ich 
sah mich nach jemandem um, um midi zurecht zu fragen. 
Es war wie ausgestorben. Da erblickte plötzlich mein guter 
Genius einen 
»stillen Portier«, 
der die einzelnen 
Bureaus nannte 
und dahinter die 
Zimmernummer 
wiedergab. Ich 
las durch; Polizei 
bureau, Fund 
bureau, Standes 
amt, Gewerbe 
gericht und da! 
— da leuchtete 
mir plötzlich ent- 
egen: Steuer- 
ureau, Zimmer 
26! — Heureka! 
Ich hatte es ge 
funden. Hier un 
ten waren die 
Zimmer 1 — 16 
gewesen, also 
mußte ich höchst 
wahrscheinlich 
eine Treppe höher 
steigen. - Als ich 
die zwölfte Stufe 
erreicht hatte, 
schlug die Uhr 
vom Rathausturm 
gerade zwölf. 
Verdammt! Ich 
Wlllermigselnillisse 
verderben die Haut. Sie wird frechen und sprüde. 
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