Path:

Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

17 
Auswahl in allen Preise 
lagen haben. Bereits 
im vergangenen Frün« 
jahr und Sommer war 
der faltenreiche Schlup« 
fer mit den Ärmeln 
im Kimonoschnitt große 
Mode. Er scheint 
sich als sehr praktisch 
und angenehm erwie« 
sen zu haben,- denn 
die weiten Modelle im 
Raglanschnitt treten 
auch im Winter wieder 
in den Vordergrund. 
Wirklich neuartig in 
der Form ist ein sehr 
langer Mantel, der 
zwei Knopfreihen auf« 
weist, in der Vorder 
front leichte Taillenbetonung zeigt, im Rücken 
aber vereinzelte, natürliche Falten bildet, die durch 
einen breiten, doppelt geknöpften Riegel zusammen« 
gehalten werden. Ein langer Hakenschlitz, der 
ziemlich hoch in der Taille beginnt, 
erlaubt trotz der Länge des Mantels 
die nötige Bewegungsfreiheit. Dieses 
neue Modell ist außerdem sehr prak« 
tisch und vielseitig verwendbar. Man 
kann es sowöhl auf der Straße als 
auch zum Sport sowie auf der Reise 
tragen. Für schlanke, große Figuren 
gibt er im Verein mit dem breit 
randigen Filz eine angenehme Sil« 
houette ab. Als Übergangsmantel 
für die Straße ist der Taillenmantel 
aus Covercoat-Stoffen in dunkel« 
grauen Tönen zu empfehlen. Er 
wird in der Form noch Verhältnis« 
mäßig kurz getragen. 
Jeder, der auf eine äußere ge« 
schmachvolle Erscheinung einiger 
maßen Wert legt, sollte darauf achten, 
daß stets die Krawatte auch auf die 
Farbe des Mantels ab« 
gestimmt ist, was be« 
sonders bei den neuen 
Streifenbindern von 
Wert ist. 
Am Abend tritt 
dann der auf .Seide 
gearbeitete schwarze 
Smoking « Mantel in 
Aktion, der auf einen 
Knopf schließt und 
schmale, mit stumpfer 
Seide besetzte Revers 
aufweist. Mitunter sind 
auch Manschetten aus 
stumpfer Seide zu sehen. 
Doch muß man bei diesen 
extravaganten Mode« 
dingen sehr vorsichtig SmoßingmanteC auf einen Knopf 
mit Seidenrevers. 
sein. Nicht für jeden 
passen sie und nur zu leicht wirken sie snobistisch. 
Zum großen Abend« Dreß sind in diesem Jahr 
wieder die Cape «Formen beliebt. Jedoch dürfte 
man diese Abendmäntel auf den offiziellen großen 
Bällen der Saison kaum sehen. 
Nur bei den großen Privatfestlich« 
keiten, an denen die reichen Vertreter 
unserer Industrie und des Land« 
adels, sowie vornehme Ausländer 
teilnehmen, kommt es vor, daß aus 
der Luxus«Limousine am Arm einer 
schönen Begleiterin ein Gent steigt, 
der zum stumpfen Operahut über 
dem Prack den kleidsamen, mit 
schwarzer oder dunkelgrauer Seide 
gefütterten Cape « Mantel trägt. 
Sonst kommt er wohl nur als 
Bühnenmantel in Frage,- hier wird 
er auch vielfach mit weißer Seide 
gefüttert getragen, wie man es 
schon 1914 bei Josef Giampietro, 
dem unvergeßlichen Bonvivant des 
Metropoltheaters sah, der den Cape« 
Mantel erstmalig in Berlin einführte. 
A 
Stadtpafetot aus grauem 
Covercoat mit Samtliragen 
Aßendcape mit Seidenliragen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.