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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Trf. Brand und Herr Stieda in Sudermanns „Notruf. 
un ist man zurück aus den Ferien — zurück 
von der wundervollen, ewig rauschenden Ruhe 
derSee,von dem Smaragdglanze wie von ewig grünen 
den Wiesen, von der Majestät hoheitsvoller Berge. 
H E A T E u 
Nun rein in die Sielen! (Sielen, lieber Setjer, nicht 
Dielen!) Ein kleiner Chimborasso von Theater 
novitäten droht. Teilen wir’s uns ein. Das Komisch- 
Heitere (freiwillig oder nicht!) zuerst. 
Sudermanns »Notruf«. Daß dieser Mann, wie 
Kerr ihm vor zwanzig jahren nachsagte, die Zeit 
nie verstanden, doch stets genutzt hat, zeigt sich 
auch diesmal wieder als wahr. »Durch die Besitzen 
den geht ein starker Zug nach rechts — also »dich 
ten« wir schnell so ein Dramachen. Die alte, brave 
Sauce der falschen Sexualität steht steif in meiner 
Küche — ein bißchen öl der Psychologie, ein bißchen 
Essig der Perversität hinzu — und es schmeckt wie 
von Heinroths Küchenchef persönlich zubereitet! 
Und wenn auch manche Leute klug geworden sind 
und das gehaltlose Zeug nicht mehr mögen: es leben 
die Kriegs- und Revolutionsgewinner! »Ihr Dichter 
war ich, ehe es sie überhaupt gab — ihr Poet werde 
ich bleiben, solange ich die tantiemefreudigen 
Hände rühren kann.« Und so ward es ein Suder 
mann wie fünfzehn andere, mit all dem Schmalz 
all der Gewandtheit, all dem immer freudig aner" 
kannten technischen Können. 
Szene aus 
Hans Götz. 
„ Die fdeine Lecassot’ 
int Neuen Theater am Zoo. 
Rita Burg. 
Photos •• Zanaer so
        
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