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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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In die Küche, um die pflichtvergessene Kathi anzutreiben. Die 
kurze Zeit des Alleinseins benutzte Viktor, um sich an dem 
Funkeln des Türkisenringes zu erfreuen. Selbstzufrieden 
lächelnd stand er in der Stube und liebäugelte mit dem 
Ringe. Wie würde Milli sich freuen! Sie würde entzückt sein. 
Und wenn Milli entzückt war, war sie — entzückend . . . 
Da kamen eilig trippelnde Schritte näher. Viktor zuckte 
zusammen und wollte den Ring schnell in das Kästchen 
zurücklcgcn. Er entglitt aber seinen Fingern. Rasch 
bückte sich Viktor und ergriff auch noch rechtzeitig den 
Ring. Da aber ein Unglück nie allein kommt, ließ sich im 
Augenblick des Bückens ein knarrendes Geräusch hören und 
im selben Moment rollte ein kleiner blanker Gegenstand lustig 
auf den Boden und blieb dicht vor der Schwelle liegen, über 
die eben Frau Margot trat. Viktor fand gerade noch Zeit, 
das Kästchen mit dem Ring in die Hosentasche zu schieben. 
Frau Margots scharfe Augen aber hatten schon das 
Mißgeschick erkannt, das Viktor getroffen hatte. 
»Oh, ist dir ein Knopf abgerissen?« fragte sie bedauernd und 
bückte sich nach dem kleinen blanken Übeltäter, der tückisch 
glitzernd — wie es Viktor schien, dicht vor ihren Füßen lag. 
»Ja . . . ich glaube . . . oben«, stammelte Viktor verwirrt 
und griff suchend an den Hosenbund. 
»Nun, Männchen, darum brauchst du doch kein so be 
trübtes Gesicht zu machen«, sagte Frau Margot lustig 
lachend. »Den Schaden werden wir schnell kuriert haben. 
Bis die Suppe kommt, ist alles in Ordnung.« 
Dabei schob sie ihren Arm unter den Viktors und zog 
ihn hinüber in ihr Boudoir, wo ein zierliches Nähtischchen 
stand. Mit flinken Fingern war sie dann schnell dabei, den 
Schaden auszubessern. Da stufte sie plötzlich. 
»Was hast du denn da Dickes?« fragte sie neugierig 
und griff in die Tasche, in der das Etui mit dem Ring 
schlummerte. Im Nu hatte sie es herausgezogen, geöffnet 
und war Viktor mit einem Jubelschrei um den Hals gefallen. 
Viktor log schnell gefaßt, daß er sie beim Mittagessen 
habe mit dem Ringe überraschen wollen. — 
»Du Lieber, Einziger,« jubelte Margot, »nun habe ich 
selbst mein Glück gefunden, und zwar in deiner Hose.« 
Viktor freilich war anderer Ansicht. Was würde Milli 
am Nachmittag sagen? — Jedenfalls war sein Glaube an 
das Glück in der Hose erschüttert. Georg Schade. 
N 
e u e s vom 
e a t e r 
Gustav Heppner, der frühere 
Wilhehnstädtischen Theaters hat die 
in der Bülowstr. übernommen und 
beabsichtigt, daraus eine Vaude 
villebühne zu schaffen. Er will das 
Genre des vornehmen, kultivierten 
Boulevardtheaters pflegen. Bereits 
Mitte dieses Monats findet die 
Premiere statt. 
Das Programm soll durch eine 
graziöse Plauderei, »Der blaue 
Wie? Wann? 
Geburtstagsgeschenk. Liebe 
gnädige Frau, Sie fragen, was 
sich am besten als Geburtstags 
geschenk für den Herrn Gemahl 
eignet. Abgesehen davon, daß Sie 
bei Ebner oder bei Rosenhain 
in der Leipziger Straße unzählige 
reizende Sächelchen bekommen, 
raten wir Ihnen, eine Aufnahme 
von sich in dem bekannten Atelier 
von H. Noack, Unter den Lin 
den 54 — 35 machen zu lassen. Ein 
Oberspielleiter des Friedrich- 
Direktion des Intimen Theaters 
M 
Perlen 
Uuweled 
Sihr gnuiM SUkirlmgtr 
Margraf & Co. 
Kanonierstrasse f 
Taaentzienstrasu 18 t. 
Pantoffel« von Franz Blei, eröffnet werden. Als zweites folgt für 
die sensationslüsternen Großstädter Charles Mere’s »Spelunke«, und 
zum Schluß kommt noch eine geist 
reiche Pikanterie von George 
Feydeau, mit dem vielversprechen 
den Titel »Lauft doch nicht immer 
nackt herum!«. 
Wenn Herr Heppner hält, was 
er verspricht, kann in der Bülow- 
straße eine Bühne von neuartigem 
Gepräge entstehen. Nous verrons. 
Migtut Ankauf t-AHtllutg. 
n 
KURBAD“ Berlin W 35, Genthln ' r 
zwischen Nollendorf- und Magdeburger Platz 
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Wo? Was? 
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Rahmen bereitet stets Freude und 
bildet eine dauernde Erinnerung. 
Der Beamte, der nicht mit 
Gütern gesegnet ist, kann sich 
dennoch ein Motorrad leisten, das 
sich für kleine Ausflüge eignet, 
wenn er sich in sein Fahrrad einen 
Hilfsmotor einbauen läßt. Zu 
diesem Zwecke wende man sich an 
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Ihres Schicksals Schmied 
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